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Vorläufige Studie aus Israel Geimpfte leiden seltener an Long Covid

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Ein Long-Covid-Patient beim Test seiner Lungenfunktion.

(Foto: picture alliance/dpa)

Manche Genesene leiden noch Monate nach ihrer Corona-Infektion an Müdigkeit oder Gliederschmerzen. Wer mindestens zweifach geimpft ist, den betrifft Long Covid deutlich seltener, zeigt eine vorläufige Studie aus Israel. Aber gilt das auch für Omikron?

Müdigkeit, Gliederschmerzen, Kurzatmigkeit: Manche Infizierte kämpfen noch monatelang mit den Folgen ihrer Covid-Erkrankung. Eine Studie aus Israel zeigt nun: Wer mindestens zweifach geimpft ist, für den ist die Long-Covid-Gefahr offenbar deutlich geringer. Das haben Forschende um den Epidemiologen Michael Edelstein von der Bar-Ilan Universität in Israel herausgefunden. Die Ergebnisse ihrer Studie sind noch vorläufig und müssen noch von unabhängigen Experten begutachtet werden. Zudem lassen sie noch keinen Rückschluss auf Omikron-Infektionen und Long Covid zu, da der Erhebungszeitraum vor Beginn der Omikron-Welle endete.

Für ihre Studie haben die Forschenden etwa 3500 Menschen, die sich zwischen März 2020 und November 2021 einen PCR-Test geholt haben, mit einem Online-Fragebogen befragt. Bei rund einem Drittel fiel der Corona-Test positiv aus. Bei der Abfrage des Impfstatus stellte sich heraus, dass rund zwei Drittel der 951 Infizierten mindestens einfach mit Biontech/Pfizer geimpft war. Der Impfstatus zum Zeitpunkt der Infektion war dabei nicht bekannt.

Zwischen Juli und November 2021 untersuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, wie viele der Infizierten nach ihrer Erkrankung Long-Covid-Symptome entwickelten. Dazu zählen unter anderem Müdigkeit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Gliederschmerzen oder Kurzatmigkeit. Etwa ein Drittel habe sich nicht vollständig von der Infektion erholt und solche Symptome entwickelt, heißt es in der Studie. Dabei habe sich jedoch gezeigt, dass Long-Covid-Symptome bei zweifach Geimpften deutlich seltener auftraten als bei den anderen Probanden.

Schutz vor symptomatischen Erkrankungen

Eine Erklärung: Zweifach Geimpfte entwickeln bei einer Infektion seltener Symptome - und haben demnach womöglich auch seltener Long Covid. Das scheint jedoch nicht die alleinige Ursache zu sein: Auch die zweifach Geimpften mit Covid-19-Symptomen entwickelten seltener Long Covid.

Dennoch gilt der schützende Effekt wohl nicht für alle Geimpften. Es wurde beobachtet, dass einfach Geimpfte weniger effektiv vor Long Covid geschützt waren. Die Forschenden erklären das mit einer Vorgabe der Impfkampagne: Einmal Geimpfte erhielten ihre Vakzindosis erst nach einer überstandenen Infektion - zweifach Geimpfte wurden jedoch vor der Infektion immunisiert. Das könnte den geringeren Long-Covid-Schutzeffekt bei einfach Geimpften verursachen, heißt es in der Studie.

Edelstein nennt die Studie seines Teams gegenüber "Nature" die bisher "umfassendste und präziseste" zu Impfungen und Long Covid. Zudem deckten sich die Ergebnisse mit denen ähnlicher Forschungsarbeiten. Allen voran mit einer britischen Studie aus dem vergangenen September. Diese hatte ergeben, dass die Impfung das Long-Covid-Risiko halbiere.

Quelle: ntv.de, ses

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