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Rettungsversuche laufen an Great Barrier Reef soll abgedeckt werden

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Die australische Regierung setzt generell auf den Kampf gegen den Klimawandel, um das Riff zu retten.

(Foto: dpa)

Die australische Regierung scheint alles auszuprobieren, um das größte Korallenriff der Welt zu retten. Das Land nimmt Geld in Millionenhöhe in die Hand, um sechs verschiedene Rettungsmethoden auszuprobieren, darunter Wolkenimpfungen und Korallenlarven.

Salzkristall-Infusionen in Wolken oder dünne Biomembranen als Sonnensegel: Die australische Regierung hat grünes Licht für einen Test experimenteller Konzepte zum Schutz des bedrohten Great Barrier Reefs gegeben. Im Januar hatte sie 2 Millionen Australische Dollar (rund 1,27 Millionen Euro) für unkonventionelle Ideen zur Rettung des einzigartigen Korallenriffs ausgelobt.

Am heutigen Freitag wurden sechs Ansätze ausgewählt, die nun getestet werden sollen. Dazu gehört nach Angaben der Regierung die Idee, Wolken durch die Infusion von aus Meerwasser gewonnenen Salzkristallen künstlich aufzuhellen. Dadurch könnten sie Sonnenstrahlen besser ins All reflektieren. In eine ähnliche Richtung geht der Ansatz, das Meer mit einer biologisch abbaubaren schwimmenden Membran abzudecken, um Korallen wie mit einem Sonnensegel vor Hitzestress zu schützen.

Das riesige weltberühmte Riff vor der australischen Nordostküste ist schwer geschädigt, als Hauptursache gilt der Klimawandel. Die Korallen leiden unter tödlicher Korallenbleiche in Folge einer Erwärmung des Meeres. Zudem werden sie von korallenfressenden Seesternen bedroht, die sich durch Abwässer stark vermehrt haben. Einige Fachleute halten die Schäden bereits für irreparabel. Die australische Regierung setzt generell auf den Kampf gegen den Klimawandel, um das Riff zu retten. Daneben gibt es Bemühungen, kurzfristiger wirkende Entlastungsstrategien zu entwickeln. So stellte Canberra im April 312 Millionen Euro für Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserqualität, zur Bekämpfung von Fressfeinden der Korallen und zur Wiederherstellung beschädigter Riffe bereit.

63 weitere Vorschläge existieren

Insgesamt will Australien im Rahmen eines "Reef 2050"-Plans in den kommenden Jahren rund 1,27 Milliarden Euro in den Schutz des 2300 Kilometer langen Naturwunders investieren, das seit 1981 zum Unesco-Weltnaturerbe gehört und ein wichtiger Faktor für den australischen Tourismus ist. Auch das im Januar ausgelobte vergleichsweise kleine Förderprogramm für experimentelle Ansätze zum Erhalt des Riffs wird aus diesem Gesamtbudget finanziert.

Insgesamt gingen 69 Vorschläge ein, von denen nun 6 näher auf ihre Tauglichkeit getestet werden sollen. Dazu gehört unter anderem auch eine Idee zur "Massenproduktion" zusätzlicher Korallenlarven, die auf künstlichen Strukturen angesiedelt werden sollen, die mit Hilfe von 3D-Druckern hergestellt werden.

Ein Experte des australischen Institute of Marine Science zeigte sich offen für die ausgewählten Projekte. Die Idee zur Impfung von Wolken mit Salzkristallen etwa klinge merkwürdig, habe jedoch durchaus Potenzial, sagte David Mead dem australischen Sender ABC.

Das Team setze auf feine Düsen, die Milliarden Salzwassertropfen pro Sekunde verteilen könnten, erläuterte er. Wenn das Wasser verdampfe und die zurückbleibenden Salzkristalle dann in Wolken verteilt werden könnten, hätte dies einen Effekt. "Das kann den Anteil der Sonnenstrahlen erhöhen, der zurückgestrahlt wird."

Quelle: ntv.de, agr/AFP