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Husten und Schnupfen und oftmals auch Fieber und Unwohlsein gehören zu den Grippe-Symptomen.
Husten und Schnupfen und oftmals auch Fieber und Unwohlsein gehören zu den Grippe-Symptomen.(Foto: imago/Science Photo Library)
Dienstag, 09. Januar 2018

Gefährlicher Aussie-Grippe-Virus: H3N2-Erreger hat Großbritannien erreicht

In Australien infizieren sich 170.000 Menschen mit dem Grippe-Virus. Mehr als 300 sterben daran. Der Erreger, der den Namen H3N2 trägt, hat Großbritannien erreicht. Doch die Probleme dort haben andere Ursachen, weiß ein Experte.

Jedes Jahr erkranken Menschen an Grippe. Im letzten Jahr hat es vor allem in Australien und Neuseeland bemerkenswert viele Infektionen gegeben. Schuld daran ist der H3N2-Virus, der als besonders gefährlich eingestuft wird. Vor allem ältere Menschen, die sich damit infizierten, zeigten schwere Verläufe oder starben sogar daran.

Dieser H3N2-Erreger, der bereits den Beinamen Aussie-Virus trägt, ist nun auch in Großbritannien angekommen. Die Zahlen der Grippe-Infektionen und damit verbundener Krankenhauseinweisungen stiegen in den ersten Wochen des neuen Jahres stark an. Insgesamt mussten mehr als 50.000 Operationen deshalb verschoben werden. Doch nicht alle Infizierten haben sich auch tatsächlich mit H3N2 angesteckt. Es seien vielmehr verschiedene Grippe-Stämme, mit denen sich die Menschen infizierten, betont Professor John Oxford einem Bericht des "The Guardian" zufolge. Die entstehenden Probleme seien nicht auf den Aussie-Virus zurückzuführen, sondern auf die mangelnden Investitionen im Gesundheitsbereich des Landes. "Es mangelt an Ärzten und Krankenschwestern und die Politiker versuchen, diese Missstände auf den Grippe-Virus zu schieben", so der Virologe, der an der University of London arbeitet. Es gebe bisher keine Anzeichen dafür, dass sich die Grippe-Erkrankungen in dieser Saison zu einer großen Pandemie entwickeln werden.

Der gleichen Ansicht ist auch Professor Paul Cosford, medizinischer Direktor der britischen Gesundheitsbehörde Public Health Englang. "Wie zu dieser Jahreszeit zu erwarten war, hat die Grippe in dieser Woche zugenommen. Unsere Daten zeigen, dass mehr Menschen mit Grippesymptomen zu ihren Hausärzten oder in Krankenhäuser gehen", fasst Cosford laut "The Guardian" die Situation zusammen und ruft direkt zur Grippe-Impfung auf: "Es ist nicht zu spät, um geimpf zu werden."

Wie gefährdet ist Deutschland?

Wie sich der Aussie-Virus in Deutschland verbreiten wird, darüber lässt sich derzeit keine Prognose stellen, teilt das Robert-Koch-Institut mit. Derzeit gebe es nur sehr wenige H3N2-Infektionen, die zum Influenza-Typ A gezählt werden. Typ B-Fälle seien dagegen relativ häufig.

Allgemein werden alle Influenza-Viren auf Grundlage von drei verschiedenen Typen mit A, B und C bezeichnet. Eine Infektion mit einem A-Typ verläuft normalerweise am schwerwiegendsten. Eine Erkrankung mit einem C-Virus dagegen ist eher mild. B liegt dementsprechend dazwischen. Darüber hinaus werden die Proteine mit H- und N bezeichnet. Durch die Zahlen können die Erreger noch weiter spezifiziert werden.

Auch wenn eine Grippe-Infektion unangenehm ist, kommen gesunde Menschen normalerweise mit ein paar Tagen Bettruhe, viel Tee und Wasser und eventuell ein paar Schmerzmitteln gut damit zurecht. Dennoch sollten sie in den ersten fünf Tagen den Kontakt vor allem zu immungeschwächten Personen meiden, um eine unnütze Ausbreitung zu verhindern.  

Quelle: n-tv.de