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Frankreich mit Sonderweg HAS rät: Eine Impfdosis für Covid-19-Genesene

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In Frankreich soll bis September 2021 die gesamte Bevölkerung geimpft sein.

(Foto: imago images/Starface)

Bisher weiß man wenig darüber, wie lange jemand nach einer Sars-CoV-2-Infektion immun ist. Die Behörden hierzulande raten Covid-19-Genesene erst sechs Monate nach der Erkrankung zu impfen. Frankreich Gesundheitsbehörde HAS will einen anderen Weg gehen.

In der Corona-Pandemie ist Zeit ein wichtiger Faktor, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen. Neben der Einhaltung von Hygieneregeln und Quarantänen kommt es auch darauf an, wie schnell die Länder ihre Bevölkerungen mit den neuen Impfstoffen immunisieren können. Doch Impfstoffe und Zeit sind knapp. Gleichzeitig gibt es Tausende Menschen, die bereits nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert waren oder an Covid-19 erkrankt sind. Ob und wann man diese Personen angesichts von Impfstoffknappheit, möglichen Impfreaktionen oder Reinfektionen impfen soll, ist bisher umstritten.

Frankreichs Gesundheitsbehörde HAS hat nun eine Empfehlung dazu veröffentlicht. Demnach sollen Covid-19-Genesene eine einzige Impfdosis verabreicht bekommen. Da Covid-19-Genesene bereits durch die Erkrankung eine Immunantwort aufgebaut hätten, wirke der Impfstoff für das Immunsystem wie eine "Erinnerung", begründet die HAS dem Blatt zufolge. Die Regierung in Frankreich müsse der Empfehlung der HAS allerdings noch zustimmen, damit diese allgemein umgesetzt werden kann.

Immunisierung und Einsparungen

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In diesem Fall wäre Frankreich das erste Land, das bei Covid-19-Genesenen eine einzelne Impfstoffdosis anwendet. Angesichts der aktuellen Impfstoff­knappheit weltweit könnten so Covid-19-Genesene geschützt und gleichzeitig kostbare Impfdosen eingespart werden. Bisher werden bei den in der Europäischen Union zugelassenen Impfstoffen immer zwei Dosen im Abstand von wenigen Wochen zur Immunisierung verabreicht.

In Deutschland gibt es vom Robert-Koch-Institut den aktualisierten Hinweis dazu: "Aufgrund der anzunehmenden Immunität nach durchgemachter Infektion, zur Vermeidung überschießender Nebenwirkungen und in Anbetracht des bestehenden Impfstoffmangels sollten ehemals an Covid-19 erkrankte Personen nach Ansicht der STIKO unter Berücksichtigung der Priorisierung im Regelfall etwa 6 Monate nach Genesung geimpft werden."

Quelle: ntv.de, jaz

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