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Übergewicht als Krankheitsrisiko Hoher BMI gefährlicher als angenommen

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Übergewicht und Adipositas sind noch gefährlicher als angenommen.

(Foto: imago/Ralph Peters)

Dass Übergewicht und Adipositas der Gesundheit nicht zuträglich sind, ist bekannt. Neuen Studien aus Europa und den USA zufolge ist beides aber sogar noch gefährlicher als bisher angenommen. Das Risiko, an Herzkreislauf-Leiden zu erkranken, steigt mit dem Gewicht enorm an.

Ein hoher Body-Mass-Index (BMI) ist noch gefährlicher als bisher angenommen: Das Risiko, an Herzkreislauf-Leiden zu erkranken, steigt mit zunehmendem Gewicht. Bei übergewichtigen Menschen ist es im Vergleich zu Menschen mit einem normalen BMI doppelt so hoch, bei schwer übergewichtigen Menschen sogar mehr als zehnfach höher als bei Normalgewichtigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine groß angelegte Studie aus Europa und den USA, die kürzlich im Fachmagazin "Lancet Public Health" veröffentlicht wurde.

In der Studie des Departments of Epidemiology and Public Health am University College London haben Wissenschaftler über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren die Daten von 120.813 Frauen und Männern ausgewertet. Im Verlauf der Untersuchung wurde deutlich, dass schon bei einer Adipositas Grad eins das Risiko für das Auftreten eines Typ-2-Diabetes, einer koronaren Herzerkrankung sowie eines Schlaganfalls deutlich steigt. Bei übergewichtigen Personen war es doppelt so hoch, bei Patienten mit einer Adipositas Grad eins bereits fünfmal höher und bei Auftreten einer schweren Adipositas des zweiten und dritten Grades sogar um das 15-Fache gestiegen.

Von "Übergewicht" sprechen die Ärzte bei einem BMI zwischen 25 und unter 30. Liegt der Wert über 30, sprechen sie von einer "Adipositas". Diese wird noch einmal in verschiedene Schweregrade eingeteilt: Bei einem BMI zwischen 30 und 35 liegt eine Adipositas Grad eins vor, zwischen BMI 35 und 40 handelt es sich um eine schwere Adipositas zweiten Grades. Ist der BMI über 40, liegt eine besonders schwere Adipositas dritten Grades vor. (Die Berechnungsformel für den BMI lautet: Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch das Quadrat der Körpergröße in Metern.)

Weltweit hat sich seit 1980 die Rate der Adipositas in mehr als 70 Ländern verdoppelt. So waren laut einer Studie, die am 12. Juni 2017 im "New England Journal of Medicine" vorgestellt wurde, im Jahr 2015 insgesamt 107,7 Millionen Kinder und 603,7 Millionen Erwachsene adipös. Weltweit sind etwa vier Millionen Todesfälle auf die Ursache Übergewicht zurückzuführen – rund 70 Prozent der Todesfälle, die mit einem hohen BMI zusammenhingen, gingen auf das Konto von Herzkreislauf-Erkrankungen.

Quelle: ntv.de, abe