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300.000 Jahre alte Knochen Homo sapiens ist viel älter als gedacht

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Ein Modell des gefunden Schädelknochens zeigt: Der Schädel des Homo sapiens ist dem Schädel des heutigen Menschen bereits ziemlich ähnlich.

(Foto: REUTERS)

Forscher entdecken die bislang ältesten Überreste eines modernen Menschen. Sie sind ganz entzückt von ihrem Fund. Das Gesicht dieses Homo sapiens könnte das Gesicht von jemandem sein, den man in der U-Bahn treffen könnte, so ein Experte.

Der Mensch hat weitaus früher gelebt als bisher gedacht. Knochenfunde in Marokko machen den frühen Homo sapiens nach Angaben von Wissenschaftlern am Max-Planck-Institut für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig auf einen Schlag rund 100.000 Jahre älter. Es handele sich um den "ältesten jemals in Afrika oder anderswo entdeckten Homo sapiens", sagte der Ko-Autor einer nun veröffentlichten Studie, Jean-Jacques Hublin. Die Knochen sind demnach rund 300.000 Jahre alt.

Ausgegraben wurde er bei Djebel Irhoud im Nordwesten Marokkos. Die bislang ältesten Funde stammten aus Äthiopien und wurden auf rund 195.000 Jahre datiert.

Hublin sprach von "bedeutenden" Funden. Besonders bemerkenswert seien ein "menschliches Antlitz" und ein "Unterkiefer, wahrscheinlich der schönste Unterkiefer eines afrikanischen Homo sapiens".

Kaum zu unterscheiden

Die Forscher veröffentlichten zu dem Sensationsfund zwei Studien im renommierten Wissenschaftsmagazin "Nature". "Das Gesicht eines dieser frühen Homo sapiens ist das Gesicht von jemandem, den man in der U-Bahn treffen könnte", sagte der Paläontologe. Trüge er einen Hut, wäre er von heutigen Zeitgenossen nicht zu unterscheiden.

Die Schädelhöhle unterscheide sich dagegen noch klar von der des heutigen Menschen. Es sei noch ein langer evolutionärer Weg "bis zur modernen Morphologie", sagte Hublin, der auch am Collège der France arbeitet.

Der Fundort Djebel Irhoud liegt in der Region Safi, rund 400 Kilometer südlich der marokkanischen Hauptstadt Rabat. Die Grabungsstelle hat für Archäologen große Bedeutung. Bereits 1968 wurden dort die Reste eines Homo-sapiens-Kindes gefunden, genannt Irhoud 3. Es wurde anfangs auf 40.000 Jahre, später auf 160.000 Jahre datiert.

Hublin kamen jedoch Zweifel an der Altersbestimmung. Im Verlauf von neuen Grabungen seit 2004 wurden auch die nun mit neuen Datierungsmethoden bestimmten Funde zutage gefördert.

Quelle: n-tv.de, kpi/AFP

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