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Zustand von "Vikram" unklar Indische Sonde auf dem Mond gefunden

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Experten versuchen, die Ursache für das Scheitern der Mondmission zu klären. Dazu wird auch eine Computer-Animation der Chandrayaan-2 genutzt.

(Foto: AP)

Die Enttäuschung über die gescheiterte Mission in Indien ist groß. Doch die Wissenschaftler geben nicht auf und finden ihre Sonde auf dem Mond. Für 2021 hat das Land sogar noch ehrgeizigere Pläne.

Die indische Sonde "Vikram" konnte auf der Mondoberfläche lokalisiert werden. Zuvor war am späten Freitagabend die Verbindung zu ihr abgerissen, Minuten bevor die Sonde auf der Mondoberfläche in der Nähe des Südpols aufsetzen sollte. Es sei unklar, in welchem Zustand sich der Lander befinde, sagte ein Sprecher der indischen Raumfahrtagentur Isro.

Indien wollte erreichen, was bisher erst drei Ländern gelungen ist: eine kontrollierte Landung auf dem Mond. Doch nach einem Versuch in der Nacht zum Samstag ist ungewiss, ob das Landemodul "Vikram" bei seinem Aufsetzen auf der Oberfläche des Erdtrabanten unbeschädigt geblieben ist. Die indische Raumfahrtbehörde Isro bemühte sich zunächst erfolglos, Kontakt zu dem Lander aufzunehmen.

"Vikram" ist Teil der unbemannten, 142 Millionen Dollar (etwa 128 Millionen Euro) teuren "Chandrayaan-2"-Mission. "Chandrayaan" bedeutet auf Sanskrit "Mondfahrzeug". Ziel ist es unter anderem, die Oberfläche der Südpol-Region zu kartieren, den Boden zu analysieren und nach Wasser zu suchen.

Zu "Chandrayaan-2" gehört auch ein Orbiter, der um den Mond kreist. Dieser sendete ein Bild zur Bodenstation, auf denen der Lander "Vikram" auf der Mondoberfläche lokalisiert werden konnte, sagte Isro-Chef Kailasavadivoo Sivan laut dem indischen Fernsehsender Doordarshan.

Der indische Premierminister Narendra Modi, der bei dem Landungsversuch mit den Wissenschaftlern mitfieberte, umarmte nach dem Kontaktverlust den aufgelösten Chef der Raumfahrtbehörde und strich ihm über die Schulter. Später sagte Modi: "Unsere Entschlossenheit den Mond zu erreichen, wurde noch stärker."

Auch andere Länder planen derzeit Mondmissionen

Landungen auf fremden Himmelskörpern seien besonders schwierig, und in die Landung könne man von der Erde aus kaum eingreifen, sagte Ralf Jaumann vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt. "Der Bordcomputer muss hier die gesamte Steuerung übernehmen."

Indien und Israel sind mit ihrem Traum, auf dem Mond zu landen, nicht allein: Auch China, Japan, Südkorea, die europäische Raumfahrtagentur Esa, die USA und Russland arbeiten daran, Missionen zum Mond zu schicken - 50 Jahre nachdem der amerikanische Astronaut Neil Armstrong als erster Mensch dort stand. Die technisch hochkomplexe Landung zu meistern, bringe viel Prestige, sagte der indische Sicherheitsexperte Ajey Lele vom Institute for Defence Studies and Analyses.

2021 soll Astronaut ins All geschickt werden

Indien hat noch weitere ehrgeizige Weltraumpläne, und diese werden nach Einschätzung von Lele vom jetzigen Rückschlag kaum beeinträchtigt: 2021 will Indien Astronauten ins All schicken. Und später soll es eine Mission zur Venus und eine eigene Weltraumstation geben. Das Weltraumprogramm Indiens gilt als besonders kostengünstig - unter anderem wegen vergleichsweise niedriger Lohnkosten. Und viele Satelliten anderer Länder werden von dort aus ins All geschossen.

Bislang gelang nur den USA, der Sowjetunion und China eine kontrollierte Landung auf dem Mond. Im Frühjahr war eine israelische Sonde beim Landeversuch auf dem Mond nach einem technischen Fehler abgestürzt.

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Quelle: n-tv.de, joh/dpa

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