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Hubschrauber auf dem Mars "Ingenuity"-Mission wird deutlich verlängert

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Klein, aber oho: Der Mars-Hubschrauber muss einiges abkönnen.

(Foto: dpa)

Extreme Temperaturwechsel und eine sehr dünne Atmosphäre: Der NASA-Hubschrauber auf dem Mars fliegt unter erschwerten Bedingungen. Nach vier erfolgreichen Startversuchen wird seine Mission nun kurzerhand verlängert.

Der Mini-Hubschrauber "Ingenuity" soll deutlich länger auf dem Mars herumschwirren als zunächst geplant. Die ursprünglich auf rund 30 Tage angelegte Mission sei zunächst um 30 Tage verlängert worden, teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA bei einer Pressekonferenz mit. "Nach dieser 30-Tage-Periode werden wir uns anschauen, wo wir stehen", sagte NASA-Managerin Lori Glaze. "Es gibt die Möglichkeit, darüber hinauszugehen."

Künftig soll der Hubschrauber das Landegerät "Perseverance" bei dessen Suche nach Spuren von vergangenem mikrobiellen Leben auf dem Mars helfen und für den Rover aus der Luft das Gelände erkunden. Die Forscher der US-Raumfahrtbehörde NASA erhoffen sich Erkenntnisse darüber, inwieweit Mini-Hubschrauber Erkundungsmissionen auf fremden Planeten unterstützen können.

In der vergangenen Woche war "Ingenuity" (auf Deutsch etwa: Einfallsreichtum) zum ersten Mal abgehoben - und hatte damit als erstes Luftfahrzeug einen Flug auf einem anderen Planeten absolviert. Danach war der mit Lithium-Ionen-Akkus betriebene und rund 1,8 Kilogramm schwere Helikopter noch zwei weitere Male geflogen - weiter und schneller als zuvor.

Extreme Bedingungen auf dem Mars

Ein vierter Startversuch war am Donnerstag zunächst misslungen, wurde aber am Freitag erfolgreich wiederholt, wie die NASA mitteilte. Mehrere weitere Flüge sind geplant. Der Hubschrauber muss auf dem Mars extremen Bedingungen trotzen: Nachts fallen die Temperaturen auf bis zu minus 90 Grad Celsius, was für Batterien und Elektronik eine Herausforderung ist.

"Ingenuity" hält sich mit einem solarbetriebenen Heizgerät warm, doch ist unsicher, "wie viele Zyklen von Gefrieren und Auftauen er durchhält, bevor etwas kaputtgeht", sagte NASA-Chefingenieur Bob Balaram. Wegen der dünnen Atmosphäre, die grob nur ein Prozent so dicht ist wie die auf der Erde, müssen die Rotoren von "Ingenuity" zudem auf 2537 Umdrehungen pro Minute beschleunigen - ein Vielfaches dessen, was Hubschrauber auf der Erde erreichen. Die Energie für diese Kraftanstrengung zieht "Ingenuity" aus seiner durch Sonnenstrahlen gespeisten Batterie.

Der Mini-Helikopter war an Bord des NASA-Rovers "Perseverance" (etwa: Durchhaltevermögen) Ende Februar - nach 203 Flugtagen und 472 Millionen zurückgelegten Kilometern - mit einem riskanten Manöver in einem ausgetrockneten Mars-See namens "Jezero Crater" aufgesetzt. Entwicklung und Bau des rund 2,5 Milliarden Dollar (etwa 2,2 Milliarden Euro) teuren Rovers hatten acht Jahre gedauert. Er soll auf dem Mars nach Spuren früheren mikrobiellen Lebens fahnden sowie das Klima und die Geologie des Planeten erforschen.

Quelle: ntv.de, mli/dpa/AFP

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