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Die Katze sollte man lieber nicht küssen.
Die Katze sollte man lieber nicht küssen.(Foto: imago/Westend61)
Samstag, 24. September 2016

Kein Kuscheln und kein Küssen: Katzenkratzkrankheit kann tödlich enden

Von Jana Zeh

Sie sind als Haustiere die absoluten Lieblinge: Katzen. 12,9 Millionen Tiere lebten im vergangenen Jahr in deutschen Haushalten. Dabei kann von den Stubentigern nicht nur schnurrendes Wohlgefühl ausgehen. Wissenschaftler vom Zentrum für Krankheitskontrolle und Prävention in den USA haben untersucht, wie viele Menschen mit der sogenannten Katzenkratzkrankheit infiziert werden.

Diese in der Fachsprache der Bartonellose henselae zugehörige Infektionskrankheit verläuft normalerweise mit sanften Symptomen, wie geschwollenen Lymphknoten in den Achseln und am Hals. Sie wird hauptsächlich durch das Kratzen oder Beißen einer infizierten Katze auf den Menschen übertragen. Besonders bei Kindern und Personen mit geschwächtem Immunsystem kann eine Bartonellose henselae aber zu einer Reihe gesundheitlicher Komplikationen bis hin zum Tod führen.

Mehr Fälle als erwartet

Die Wissenschaftler aus den USA untersuchten mehr als 13.000 Fälle über einen Zeitraum von mehr als acht Jahren. Pro 100.000 Einwohner wurden im Schnitt 4,5 Diagnosen gestellt. Auch wenn die Katzenkratzkrankheit damit eine immer noch relativ seltene Infektion darstellt, hatten die Forscher insgesamt eine geringere Ansteckung erwartet. Besonders freilaufende oder streunende Katzen, bis zu 70 Prozent, sind mit den stäbchenförmigen Bakterien durch Flöhe oder deren Kot infiziert. Aber auch die meisten Katzen zeigen keine spezifischen Symptome durch die Infektion.

Wenn auch nur eine kleine Minderheit der untersuchten Fälle zum Tod geführt hatten, warnen die Forscher vor einem zu intensiven Kontakt mit den Stubentigern. Denn nicht nur Kratzer und Bisse können zu einer Infektion führen, sondern auch Küsse und Kuscheln. Es ist möglich, dass sich infizierter Flohkot auf dem Fell oder den Pfoten der Katze befinden und auf diesem Weg in den menschlichen Körper gelangen. Eltern sollten vor allem Kinder vor solchen intensiven Streicheleinheiten schützen. Diese waren im Alter zwischen fünf und neun Jahren und 9,4 Diagnosen pro 100.000 Einwohner die am meisten gefährdete Gruppe, so die Forscher.

Blind durch Katzenliebe

Bei immungeschwächten Personen, Babys und Kleinkindern kann es dann zu seltenen Hautkrankheiten, blutgefüllten Zysten in der Leber, Entzündungen der Herzinnenhaut, Hirnhautentzündungen oder einer generalisierten Infektion kommen. Sogar von einer Sehnerventzündung mit einer späteren Erblindung ist bereits berichtet worden. Die betroffene Frau aus dem US-Bundesstaat Ohio wurde von ihrer mit Katze übers Gesicht geleckt und erblindete auf einem Auge. Die Mieze trug den Erreger der Katzenkratzkrankheit in sich.

Der einfachste Weg, die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern, ist die Einhaltung einfacher Hygieneregeln, wie beispielsweise regelmäßig gründliches Händewaschen nachdem Kontakt mit dem Tier. Dazu kommt der Schutz der Samtpfoten vor Flöhen vor allem für Freigänger. Auch wenn die Verlockung für Katzenliebhaber noch so groß ist, sollten fremde Katzen, vor allem freilaufende, nicht gestreichelt oder beschmust werden.

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Quelle: n-tv.de