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Forscher stellen "Hippokamp" vor Kleinster Neptunmond ist aus Kometentrümmern

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Die Grafik der Nasa zeigt eine zusammengesetzte Aufnahme des Hubble-Weltraumteleskops vom Neptun und seiner Monde. Darunter ist auch der inzwischen als "Hippokamp" bezeichnete kleinste Neptunmond S/2004 N 1 (o.r.).

(Foto: Nasa/dpa)

Er wurde erst übersehen und dann doch noch entdeckt: "Hippokamp", ein Winzling unter den Neptunmonden. Benannt ist er nach einem Fabelwesen aus Pferd und Fisch.

Der bislang kleinste bekannte Mond des Planeten Neptun besteht möglicherweise aus den Trümmern eines großen Kometeneinschlags. Das berichten die Entdecker des Mini-Monds im britischen Fachjournal "Nature".

Das Team um Mark Showalter vom kalifornischen Seti-Institut hatte den Trabanten bereits 2013 mit dem "Hubble"-Weltraumteleskop entdeckt und stellt ihn nun in "Nature" vor. Der 14. Neptunmond hat demnach einen mittleren Durchmesser von nur 34 Kilometern. Er wurde nach einem Fabelwesen aus der griechischen Mythologie "Hippokamp" genannt - es ist vorne ein Pferd und hinten ein Fisch und dient Meeresgöttern als Reit- oder Zugtier. (Von dem Fabeltier haben Seepferdchen ihren lateinischen Gattungsnamen Hippocampus, nach dem Tier wiederum ist der gleichnamige Teil des Gehirns benannt.)

Ungewöhnlich großer Einschlagkrater namens Pharos

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Nasa-Grafik der Monde des Neptun.

(Foto: Mark R. Showalter/SETI Institute/dpa)

Der Mond-Winzling zieht nur rund 12.000 Kilometer innerhalb des zweitgrößten Neptunmonds Proteus seine Bahn. Auf Proteus gibt es einen ungewöhnlich großen Einschlagkrater namens Pharos, aus dem große Mengen Gestein ins All geschleudert worden sein müssen. Angesichts der Nähe der beiden Monde vermuten die Forscher, dass Hippokamp sich aus diesen Einschlagtrümmern gebildet haben könnte. Das Volumen des kleinen Mondes entspricht demnach rund zwei Prozent der fehlenden Materie aus dem Krater.

Die US-Raumsonde "Voyager 2" hatte 1989 bei ihrem Neptunbesuch sechs innere Monde des Gasplaneten entdeckt, den kleinen Hippokamp als siebten inneren Mond aber offensichtlich übersehen. Erst dank einer speziellen Analysetechnik hatte das Team um Showalter 2013 den Mini-Mond auf "Hubble"-Aufnahmen gesichtet, die bis ins Jahr 2004 zurückreichten.

Beobachtungen aus dem Jahr 2016 bestätigten die Entdeckung des Trabanten, der zunächst nur mit der Katalognummer S/2004 N 1 bezeichnet worden war. Weiter außen umkreisen weitere sieben Monde den äußersten Planeten unseres Sonnensystems.

Quelle: ntv.de, abe/dpa