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Verkehrssektor bleibt SorgenkindKlimaschutz in Deutschland kommt nicht vom Fleck

14.03.2026, 12:58 Uhr
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Während die Energiewirtschaft weniger CO2-Ausstoß verzeichnete, war es im Verkehrssektor ein Plus von 2,1 Millionen Tonnen. (Foto: picture alliance / Jochen Tack)

Der Ausstoß von Treibhausgasen hierzulande ist im vergangenen Jahr gerade einmal minimal gesunken. Es hapert weiter vor allem am Verkehrs- und Gebäudesektor. Damit Deutschland in Sachen Klimaziel wieder auf Kurs kommt, will Umweltminister Schneider der Regierung schon bald Maßnahmen vorlegen.

Der Klimaschutz in Deutschland ist im vergangenen Jahr kaum vorangekommen. Der Ausstoß klimaschädlicher Gase sank 2025 nur um knapp eine Million Tonnen oder 0,1 Prozent auf rund 649 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2), wie das Umweltbundesamt (UBA) und das Bundesumweltministerium mitteilten. Damit hat Deutschland seine Emissionen seit 1990 um 48 Prozent verringert. Gesetzlich festgelegtes Ziel ist es, den Ausstoß bis 2030 um 65 Prozent zu senken. Dieses Ziel bleibe erreichbar, erklärte Umweltminister Carsten Schneider. Dafür seien aber zusätzliche Maßnahmen erforderlich.

Der Minister kündigte an, er wolle mit dem Klimaschutzprogramm dafür sorgen, dass Deutschland wieder auf Klimakurs komme. Sein Programm will Schneider dem Kabinett am 25. März vorlegen. Es soll die notwendigen Maßnahmen enthalten, wie das 65-Prozent-Ziel bis 2030 erreicht werden kann.

Die Entwicklung in den einzelnen Sektoren verlief sehr unterschiedlich. In der Industrie ging der Ausstoß von Treibhausgasen konjunkturbedingt aufgrund der wirtschaftlichen Schwäche um 5,7 Millionen Tonnen zurück. Die Energiewirtschaft verzeichnete ein Minus von 0,6 Millionen Tonnen. Besonders der Verkehrs- (plus 2,1 Millionen Tonnen) und der Gebäudesektor (plus 3,4 Millionen Tonnen) bleiben Sorgenbereiche der Klimapolitik. Positiv vermerkten die Behörden, dass sich der deutsche Wald nach den Trockenjahren erholt habe und 2025 wieder deutlich mehr CO2 aufgenommen als ausgestoßen habe.

Hoffnung machen der Regierung die gestiegene Nachfrage nach Elektroautos und Wärmepumpen sowie eine Rekordzahl an Genehmigungen für neue Windkraftanlagen. Um das Ziel für 2030 zu erreichen, müssten die Emissionen ab 2026 den Berechnungen zufolge pro Jahr im Schnitt um 42 Millionen Tonnen sinken.

Quelle: ntv.de, spl/dpa/AFP

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