Wissen
Der Larger Pacific Striped Octopus ist in mehrerlei Hinsicht anders als andere Kraken - nicht nur beim Sex. Die Art gilt auch als sehr gesellig.
Der Larger Pacific Striped Octopus ist in mehrerlei Hinsicht anders als andere Kraken - nicht nur beim Sex. Die Art gilt auch als sehr gesellig.(Foto: Seeeko/Wikipedia/CC BY-SA 3.0)
Mittwoch, 12. August 2015

Sechzehn verschlungene Arme: Kraken-Sex überrascht Forscher

Das Liebesspiel von Kraken ist normalerweise alles andere als leidenschaftlich. Die meisten Arten halten beim Techtelmechtel möglichst viel Abstand zum Partner. Kein Wunder, dass Forscher bei der Beobachtung einer Pazifik-Krake jetzt mehr als erstaunt sind.

Eine bisher kaum beobachtete Spezies hat offenbar eine überraschende Form von Kraken-Sex: Anders als die meisten anderen Kraken paaren sich Männchen und Weibchen dieser Art einander zugewandt. Die Tiere fummeln, umarmen sich von Angesicht zu Angesicht und legen ihre Saugnäpfe aneinander, berichten US-Forscher von der Universität im kalifornischen Berkeley.

Der sogenannte Larger Pacific Striped Octopus (LPSO) ist erst seit den 1970er Jahren bekannt. Wie einige andere Kraken auch können die LPSO Farbe und Musterung ihrer Körperoberfläche sehr schnell verändern. Am Kopf können sie Streifen zeigen, am Mantel Punkte. Wissenschaftlich beschrieben ist die Krake jedoch bis heute nicht.

Zwischen 2012 und 2014 erwarben die kalifornischen Wissenschaftler insgesamt 24 ausgewachsene LPSO im kommerziellen Aquarienhandel, um das zuvor meist nur sporadisch beschriebene Verhalten der Tiere genauer zu untersuchen. Die Kraken waren vor der Küste Nicaraguas von Tauchern mit einer entsprechenden Genehmigung gefangen worden. Im Labor setzten sie die Tiere - 13 männliche und 11 weibliche - in Aquarien und beobachteten sie.

Alles andere als romantisch

Einzigartig im Vergleich zu anderen Kraken seien das Paarungs- und das Eibablage-Verhalten. Die Weibchen des LPSO können Zeit ihres Lebens Eier legen, sobald sie einmal damit angefangen haben. Sie stellen die Eiablage erst einige Wochen vor ihrem Tod ein.

Warum sich die Pazifikkraken einander bei der Paarung zudrehen, sei noch unklar. Vielleicht erlaube diese Position es den Weibchen, sich mit ihrem Mantel - dem sackförmigen Teil der Kraken - ihren Eiern zuzuwenden. Die Forscher beobachten auch, dass sich einige Paare eine Höhle teilten. Manche fraßen gar gemeinsam an einem Beutetier.

Wer da auf romantische Gedanken kommt, liegt aber wahrscheinlich falsch. Die Forscher vermuten, dass das Verhalten der Oktopus-Art eher aggressiver als liebevoller Natur ist.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de