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Great Barrier Reef erhitzt sich Labor-Korallen sollen Bleiche verhindern

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Das australische Great Barrier Reef ist das größte Korallenriff der Welt.

(Foto: picture alliance / NASA/dpa)

Vor einigen Jahren sterben aufgrund steigender Wassertemperaturen 30 Prozent der Korallen des weltberühmten Great Barrier Reefs. Nun werden erstmals im Labor gezüchtete Korallen eingesetzt, um das Riff vor weiteren Konsequenzen des Klimawandels zu schützen.

Rettungsversuch für das weltgrößte Korallenriff vor Australiens Ostküste: Wissenschaftler haben am Great Barrier Reef erste im Labor herangezüchtete Korallen eingesetzt, wie das staatliche Forschungsinstitut für Meereswissenschaften AIMS mitteilte. Mit der neuen Korallen-Generation sollen demnach die Widerstandskraft der Tiere gegen steigende Wassertemperaturen gestärkt und weitere Korallenbleichen verhindert werden.

Dafür seien Korallen des wärmeren nördlichen Teils des Riffs mit derselben Art des kühleren mittleren Teils gekreuzt worden, erläuterte das Australian Institute of Marine Science (AIMS). Das mehr als 2300 Kilometer lange Riff war 2016 und 2017 von sogenannten Korallenbleichen betroffen, vermutlich wegen überhöhter Temperaturen infolge des Klimawandels. Rund 30 Prozent der Korallen verendeten.

Bei einer Bleiche sterben winzige Algen ab, die mit den Korallen in einer Lebens- und Nahrungsgemeinschaft, einer Symbiose, leben. Wenn die Korallenbewohner sterben, wird das helle Korallenskelett sichtbar. Wenn eine solche Bleiche länger andauert, sterben die Korallen ganz. Der südliche Teil des Riffs ist dank der kühleren Wassertemperaturen bislang weitgehend intakt geblieben.

In einer ersten Testphase seien Hunderte im Labor herangezüchtete Baby-Korallen im März im Riff eingesetzt worden und hätten überlebt, teilte das Institut weiter mit. Dies sei vielversprechend, hieß es. Das sogenannte Assisted-Gene-Flow-Projekt sei eines von mehreren, mit denen die Behörde die Korallen widerstandsfähiger gegen steigende Wassertemperaturen in den kommenden Jahrzehnten machen wolle, sagte Line Bay, eine Forscherin des Instituts.

Quelle: ntv.de, psa/dpa