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Esa-Mission geht auf die Zielgerade Mars-Sonde dockt vom Satelliten ab

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Die Illustration zeigt, wie sich "Schiaparelli" vom Trägersatelliten trennen und Richtung Mars bewegen soll.

(Foto: AP)

In nur wenigen Tagen soll eine europäisch-russische Sonde auf dem Mars landen. Einen wichtigen Schritt dafür meistert das Modul nun erfolgreich: "Schiaparelli" trennt sich vom Trägersatelliten.

Nächster Halt: Roter Planet. In einem schwierigen technischen Manöver hat sich eine europäisch-russische Raumsonde von einem Satelliten getrennt und Kurs auf den Mars genommen. "Schiaparelli" habe nach siebenmonatigem Flug vom Forschungsapparat "Trace Gas Orbiter" (TGO) abgedockt, teilte Europas Raumfahrtbehörde Esa über die Expedition ExoMars mit.

Das 600 Kilogramm schwere Modul - benannt nach dem italienischen Mars-Forscher Giovanni Schiaparelli (1835-1910) - soll an diesem Mittwoch auf dem Mars landen und Daten senden - eine Premiere für Europas Raumfahrt. Der Satellit TGO verbleibt im Orbit und erforscht unter anderem die Atmosphäre. Weil wichtige Zusatzdaten nach der Trennung zunächst ausblieben, berief Flugdirektor Michel Denis eine Beratung ein. Nach bangem Warten teilte die Flugleitung dann mit: "Telemetriedaten laut und klar. Schiaparelli ist frei und unterwegs zum Mars."

Eine der schwierigsten Hürden

Mit dem mehrere Milliarden teuren ExoMars-Projekt suchen Russland und Europa nach Hinweisen auf Leben auf dem Wüstenplaneten. In einer zweiten Phase wollen die Partner 2020 ein Forschungsfahrzeug zu dem Himmelskörper schicken. Die Raumfahrtagenturen Esa und Roskosmos sehen ihr Projekt auch als Beweis dafür, dass Kooperation zwischen Ost und West in politisch schwierigen Zeiten möglich ist.

Der Forschungssatellit und das Testlandemodul waren Mitte März vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet. Nach siebenmonatiger Huckepack-Reise zündete die Flugleitzentrale ESOC in Darmstadt nun per Funkbefehl die Sprengbolzen, um das Sondenpaar zu trennen.

"Ein Federmechanismus drückt dann Schiaparelli sanft weg und sorgt für eine Rotation um seine Achse - so wird sichergestellt, dass das Modul nicht ins Taumeln gerät oder rückwärts in die Mars-Atmosphäre eintritt", teilte die Esa vorab mit. Das Abkoppeln galt als eine der schwierigsten Hürden der Expedition.

Quelle: n-tv.de, mli/dpa

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