Wissen

Ansteckungen im Krankenhaus Masern-Infektionen beunruhigen in Göteborg

imago80130399h.jpg

Die Illustration zeigt Masern-Viren.

(Foto: imago/Science Photo Library)

Eine Ansteckung mit Masern ist gefährlich. Vor allem Säuglinge, Kleinkinder und immungeschwächte Menschen sind gefährdet. In Göteborg werden viele Neuinfektionen registriert. Manche könnten sogar aus Wartezimmern oder Krankenhäusern stammen.

Im südschwedischen Göteborg sind über den Jahreswechsel ungewöhnlich viele Menschen an Masern erkrankt. Seit dem 10. Dezember hätten sich bereits 22 Frauen und Männer angesteckt, teilte die Region Västra Götland mit. "Wir sehen nun mehr und mehr Fälle und es ist deutlich, dass der Masernausbruch noch nicht vorbei ist", teilte das Göteborger Universitätskrankenhaus mit. Eine genaue Erklärung für den Anstieg haben die Experten bisher nicht.

Was sind Masern?

Als Masern wird eine durch Viren ausgelöste Infektionskrankheit bezeichnet, die zu schwerwiegenden Komplikationen und sogar zum Tode führen kann. Neben den typischen roten Flecken auf der Haut, ruft sie in den meisten Fällen Fieber hervor. Zudem kommt es zu einer erheblichen Schwächung des Patienten.

Masern können durch die typischen Symptome und einen Antikörpernachweis im Blut eindeutig diagnostiziert werden. Eine spezifische Therapie gegen Masern gibt es bisher nicht. Betroffene sollten sich schonen, bei Bedarf fiebersenkende Mittel einnehmen und viel trinken.

In Deutschland gibt es seit 2001 eine Meldepflicht laut Infektionsschutzgesetz für Masern.

Nach Behördenangaben infizierten sich mehrere Erkrankte auch im Krankenhaus und in Wartezimmern von Ärzten. Wer vermute, er könne die Masern haben, solle nicht in die Wartezimmer kommen, bat das Krankenhaus daher. Es gebe spezielles Pflegepersonal an den Eingängen zur Notaufnahme, an das man sich wenden könne.

Viele Säuglinge sind infiziert

Auch mehrere Dutzend Säuglinge werden in Göteborg derzeit vorsichtshalber mit schützenden Antikörpern behandelt. Sie könnten sich bei ihrer Geburt angesteckt haben, weil Personal auf der Geburtsstation an Masern erkrankt war. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass die Viren auf Patienten, Angehörige und Kollegen übertragen wurden, erklärte das Krankenhaus.

Neugeborene sind oft kaum gegen Masern geschützt. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission eine Impfung erst ab dem elften Lebensmonat. Das schwedische Impfprogramm sieht eine erste Impfung mit 18 Monaten vor. Vorher kann nur die Mutter vor einer Ansteckung schützen: Ist ihr Immunsystem durch eine Masernerkrankung oder -impfung mit dem Erreger vertraut, kann sie Antikörper über die Plazenta und über die Muttermilch weitergeben. Andernfalls entfällt dieser wichtige Nestschutz.

Masern auch in Deutschland

Auch in Deutschland wurden im letzten Jahr um die 1.000 Fälle von Masern gemeldet, so das Robert Koch-Institut. 2016 dagegen wurden nur 325 Masern-Fälle registriert. Die Verdreifachung dieser Zahl im Vergleich zum Vorjahr gehört allerdings in den Normalbereich der jährlichen Schwankungen. Dennoch ist Vorsicht geboten, denn Masern-Viren sind hochansteckend.

Die Erkrankung beginnt oftmals mit einer Verschlechterung des Allgemeinzustands, Fieber und den typischen roten Hautflecken. Die Infektion schwächt das Immunsystem, sodass es zu weiteren Erkrankungen wie Lungen- und Hirnhautentzündungen kommen kann. In sehr schweren Fällen kann sie lebensbedrohlich werden. Eine spezifische Therapie gibt es gegen Masern-Viren nicht. Eine Impfung allerdings schützt.

Quelle: n-tv.de, jaz/dpa

Mehr zum Thema