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Eindämmung nur schwer möglich Mediziner befürchten Coronavirus-Pandemie

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Ein Arzt überprüft die Kodierungen eines Patienten im Krankenhaus Jinyintan, das für kritische Covid-19-Patienten vorgesehen ist.

(Foto: picture alliance/dpa)

Seit Ende Dezember breitet sich das neue Coronavirus aus. Mittlerweile werden täglich neue Todesfälle gemeldet. Britische Experten und die WHO warnen nun davor, dass das Virus bald nicht mehr einzudämmen sein könnte. Dabei sorgt sie besonders die aktuelle Situation in Italien, Südkorea und dem Iran.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt angesichts der rasanten Ausbreitung des neuartigen Coronavirus vor einer "möglichen Pandemie". Vor allem die Infektionsherde im Iran, in Italien und Südkorea seien "zutiefst besorgniserregend", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus vor Journalisten in Genf.

Auch britische Mediziner sind sehr skeptisch, ob die weltweite Ausbreitung des neuen Coronavirus noch gestoppt werden kann. "Das Zeitfenster für die Eindämmung des Ausbruchs schließt sich nun sehr schnell", zitierte die britische Zeitung "The Telegraph" Devi Sridhar von der Universität Edinburgh, die zur weltweiten öffentlichen Gesundheit forscht.

Nathalie MacDermott, Expertin für Infektionskrankheiten am renommierten King's College in London, nannte wie Ghebreyesus vor allem die Situation in Italien, Südkorea und Iran "sehr besorgniserregend". Dort sei nicht klar, bei wem sich die Menschen infiziert hätten. Dies weise darauf hin, dass sich die Betroffenen bei Personen angesteckt hätten, die keine oder kaum Symptome zeigten und nichts von ihrer eigenen Infektion wüssten. Somit könne sich der Erreger schnell ausbreiten, bevor die ersten Fälle überhaupt nachgewiesen werden. "Es ist klar, dass nun alle Voraussetzungen für eine Pandemie vorhanden sind", sagte Bharat Pankhania von der Universität Exeter. "Es ist besser ehrlich zu sein und es zu sagen."

Italien ist aktuell das Land mit den meisten erfassten Fällen in Europa. Die Zahl der Infizierten sei allein in der Lombardei auf 165 gestiegen, sagte Regionalpräsident Attilio Fontana in einem Radiointerview. Am Vorabend waren es in ganz Italien nach Angaben des Zivilschutzes noch rund 150. In der Lombardei wurden zehn Gemeinden in der Provinz Lodi zu Sperrzonen erklärt. Dort kontrollieren Sicherheitskräfte, wer rein und raus darf.

Immer mehr Fälle auch in Südkorea

Im Iran gibt es bislang 12 gemeldete Covid-19-Opfer. Das bestätigte Gesundheitsminister Saeid Namaki. Laut Ministeriumssprecher Kianusch Dschahanpur sind bislang insgesamt 61 Menschen aus sechs verschiedenen Teilen des Landes positiv auf das Virus getestet worden. Im Nachbarland Afghanistan wurde der erste Fall einer Erkrankung bestätigt. Er sei in der Provinz Herat im Westen des Landes aufgetreten, wie Gesundheitsminister Firusuddin Firus in einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz sagte. Herat grenzt an den Iran.

Wissenswertes über die Ausbreitung des Coronavirus finden Sie hier.

In Südkorea, wo sich gerade ein größerer Ausbruch entwickelt, meldeten die Gesundheitsbehörden im Verlauf des Montags 231 neue Fälle der Infektion im ganzen Land - der bisher stärkste Anstieg an einem Tag. Davon wurden allein 172 neue Fälle in der Millionen-Stadt Daegu im Südosten erfasst. Insgesamt zählten die Behörden 833 Menschen, die sich nachweislich mit dem Erreger Sars-CoV-2 angesteckt haben. Zudem wurden bisher sieben Todesfälle mit dem Virus in Verbindung gebracht.

Quelle: ntv.de, agr/dpa/AFP

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