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20.000 kranke oder tote Tiere Meisensterben beunruhigt Naturschützer

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Umweltschützer rufen zu einer deutschlandweiten Vogelzählung vom 8. bis zum 10. Mai auf.

(Foto: picture alliance / Boris Roessle)

Eine rätselhafte Krankheit bedroht den Bestand an Blaumeisen in Deutschland. Allein über die Osterfeiertage seien Tausende Vögel erkrankt oder verendet, meldet der Nabu. Um die Dimension des Meisensterbens zu verstehen, ruft die Organisation zu einer Vogelzählung auf.

Blaumeisen sind in Teilen Deutschlands durch eine bisher unbekannte Krankheit bedroht. Über das Osterwochenende seien etwa 20.000 der Vögel daran erkrankt oder gestorben, teilte der Naturschutzbund (Nabu) mit. Die Umweltschützer riefen zu einer deutschlandweiten Vogelzählung vom 8. bis zum 10. Mai auf. Diese soll Auskunft darüber geben, ob sich die Krankheit in den Bestandstrends in den besonders betroffenen Gebieten widerspiegelt.

Betroffen ist bisher vor allem der Streifen vom Westerwald in Rheinland-Pfalz über Mittelhessen bis ins westliche Thüringen. Erkennen könne man die kranken Tiere unter anderem daran, dass sie "apathisch und aufgeplustert auf dem Boden sitzen und nicht vor Menschen fliehen", erklärt Nabu-Vogelschutzexperte Marius Adrion. Häufig seien Augen, Schnabel und Teile des Federkleids verklebt. Dieses Bild passe zu keiner bekannten Vogelkrankheit.

Wer tote oder kranke Meisen findet, kann dies unter www.NABU.de/meisensterben melden und auch Fotos senden. Durch die Ausgangsbeschränkungen in den vergangenen Wochen hätten viele Menschen den Wert der Natur vor ihrer Haustür neu schätzen gelernt, erklärt Lars Lachmann vom Nabu. Gartenvögel wie Blaumeisen hätten in diesem Frühling mehr Aufmerksamkeit erhalten als in den vergangenen Jahren. "Wir hoffen, dass sich dies in einer besonders regen Beteiligung an der Vogelzählung niederschlägt."

Im vergangenen Jahr hatten nach Angaben der Naturschützer 76.000 Menschen bei der sogenannten "Stunde der Gartenvögel" mitgemacht. Sie meldeten Zahlen aus fast 52.000 Gärten. Teilnehmer sollen ihren Garten dabei von einem ruhigen Platz oder einem Fenster aus beobachten und die höchste Zahl der Vögel jeder Art notieren, die sie in einer Stunde gleichzeitig sehen. Hinweise zu häufigen Gartenvogelarten und weitere Informationen stellt der Nabu unter anderem im Internet zur Verfügung.

Quelle: ntv.de, jug/AFP/dpa