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Wahrnehmung nur oberflächlich Menschen sind von Corona-News übersättigt

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Corona in den Schlagzeilen: das prägende Bild im März und April 2020.

(Foto: imago images/Future Image)

Seit dem Ausbruch des Coronavirus werden Bürger täglich mit neuen Informationen zur Pandemieentwicklung konfrontiert. Doch laut einer Studie lässt das die Medienkonsumenten abstumpfen. Nachrichten werden nur oberflächlich wahrgenommen und auch die Gefahr durch das Virus wird als geringer eingestuft.

Die Nachrichtenflut zur Coronavirus-Pandemie hat bei vielen Menschen in den vergangenen Wochen zu einem Gewöhnungseffekt geführt. Das haben Forscher der Universität Erfurt ermittelt. Inzwischen fühlten sich die Bürger mit Informationen übersättigt - neue Berichte würden nur noch oberflächlich wahrgenommen.

Laut Studie sind vor allem die Informationssuche und auch die emotionale Reaktion auf Meldungen abgeflacht. Für Verwirrung hätten dagegen Nachrichten wie die zwischenzeitliche Warnung vor Ibuprofen gesorgt. Das Gleiche gelte für die anfängliche Diskussion um eine Maskenpflicht. Den Befragten fiel es bei beiden Themen besonders schwer, "fehlerhafte Informationen als solche zu erkennen", heißt es im Studienbericht.

Zudem wird die Gefahr durch das Virus als zunehmend geringer eingestuft. Die Folgen einer Covid-19-Erkrankung wurden unter den Befragten als weniger schwerwiegend und die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung als geringer eingeschätzt.

Die Forscher rufen Medien und Politik auf, rechtzeitig gegenzusteuern, damit die Risikowahrnehmung nicht noch weiter sinke. Allerdings dürften die Menschen auch nicht mit zu vielen Informationen überlastet werden. Unter anderem sollten Falschinformationen nachhaltiger richtiggestellt werden.

Für die repräsentative Untersuchung hat die Hochschule nach eigenen Angaben bundesweit 1080 Bürger online befragt - einmal im März und einmal im April.

Quelle: ntv.de, mba