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Seltenes Ereignis zu beobachten Merkur sorgt für Mini-Sonnenfinsternis

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Dieses Bild von Merkur, der vor der Sonne vorbeizieht, wurde mit dem optischen Weltraumteleskop "Hinode" aufgenommen.

(Foto: Hinode/JAXA/NASA/PPARC /dpa)

Seltenes Himmelsschauspiel und ein Höhepunkt des astronomischen Jahres: Am Montag bekommt die Sonne Besuch vom Merkur. Wer durch ein Teleskop mit Spezialausrüstung zur Sonne blickt, sieht den sonnennächsten Planeten als winzigen schwarzen Punkt über die Sonnenscheibe wandern.

Er ist der kleinste und schnellste Planet im Sonnensystem. Am morgigen Montag, dem 11. November wird sich der Merkur von der Erde aus betrachtet auf seiner Umlaufbahn vor die Sonne schieben und eine "Mini-Sonnenfinsternis" verursachen.

Solch ein Weg über die Sonnenscheibe - Merkurtransit genannt - sei selten, er komme nur alle paar Jahre vor, sagte der Vorsitzende der Vereinigung der Sternfreunde aus dem südhessischen Heppenheim, Sven Melchert. Das letzte Mal sei dies im Mai 2016 passiert, den nächsten Transit gebe es erst im Jahr 2032.

Kleines Teleskop und Sonnenfilter notwendig

Das Schauspiel beginnt demnach exakt um 13.35 Uhr und 29 Sekunden. Dann stoße der kleine Planet an den Sonnenrand und starte als schwarzer Punkt die Reise fast exakt über die Mitte der Sonne. Um das Schauspiel - wenn das Wetter mitspielt - beobachten zu können, brauche man ein kleines Teleskop und unbedingt sichere Sonnenfilter, sagte Melchert. Mit einem Blick durch die bekannten Sonnenfinsternis-Brillen könne man den Punkt nicht erkennen.

Auf keinen Fall sollten Himmelsgucker auf den Gedanken verfallen, etwa durch ein Fernglas ohne Spezialfilter auf die Sonne zu blicken - eine sofortige Erblindung könnte die Folge sein. Astronomen raten daher, das Ereignis unter Anleitung von Experten zu verfolgen.

Volkssternwarten öffnen je nach Wetter

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Der Merkurtransit ist nur mithilfe eines Teleskops zu beobachten.

(Foto: imago/localpic)

Gelegenheit dazu dürfte sich am Montag reichlich bieten, falls die Sonne hinter den Novemberwolken hervorkommt. Dann wollen viele Volkssternwarten ihre Pforten wegen des Merkurtransits öffnen, wie die Vereinigung der Sternfreunde (VdS) und das Haus der Astronomie in Heidelberg mitteilten.

Allerdings ist laut Deutschem Wetterdienst während des Merkurdurchgangs vielerorts mit bewölktem Himmel zu rechnen. Im Osten und Süden könnte es aber abseits zäher Nebel- oder Hochnebelfelder bis zum Montagabend auch längere freundliche Abschnitte geben.

Freien Blick auf die Sonne vorausgesetzt, wird in unseren Breiten die erste Hälfte des Merkurtransits vom frühen Montagnachmittag bis zum Sonnenuntergang zu sehen sein. Mit kleinen Abweichungen je nach Beobachtungsstandort beginnt er um 13.35 Uhr mitteleuropäischer Zeit, wenn Merkur quasi an den linken Rand der Sonne stößt.

Reise dauert fast drei Stunden

In der Folgezeit zieht der kleinste Planet des Sonnensystems als winziger schwarzer Punkt fast exakt über die Mitte der Sonnenscheibe. Doch obwohl Merkur der schnellste Planet am Himmel ist, dauert seine Reise vom Sonnenrand bis zur Sonnenmitte fast drei Stunden: Erst um 16.20 Uhr hat Merkur die Sonne zur Hälfte überquert, wie die VdS und das Haus der Astronomie weiter berichten.

Um diese Uhrzeit neigt sich allerdings die Sonne am Himmel über Deutschland bereits ihrem Untergang entgegen. In Berlin sinkt unserer Zentralgestirn um 16.20 Uhr unter den Horizont, weiter westlich gegen 17.00 Uhr. Mit der Sonnenscheibe verschwindet dann natürlich auch der "schwarze" Merkur.

Hier kann man ganzen Weg verfolgen

Fast den ganzen Weg des Planeten könne man auf den Kanarischen Inseln verfolgen, so Melchert. An der Ostküste der USA sowie in Mittel- und Südamerika könne auch das gesamte Schauspiel gesehen werden.

Der Merkur ist der Sonne am nächsten. Ein Umlauf des Planeten um den Stern dauert 88 Tage. Der Umfang des kleinsten Planeten unseres Sonnensystems liegt bei gut 15.000 Kilometern - bei der Erde sind es rund 40.000 Kilometer.

Quelle: ntv.de, abe/dpa/AFP