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Sogar gemeinsam in SpaceX-Rakete NASA fliegt wieder mit Russland ins All

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Das Videostandbild von 2020 zeigt den Start einer Sojus-Rakete mit dem Raumschiff Sojus MS-16, das eine neue Besatzung zur Internationalen Raumstation ISS brachte.

(Foto: picture alliance/dpa)

Erste Weltraum-Kooperation seit dem Angriff auf die Ukraine: Die USA und Russland einigen sich auf sogenannte Kreuzflüge zur Internationalen Raumstation ISS. Die Vereinbarung "entspricht den Interessen Russlands und der USA", teilt Moskau mit - und entlässt kurz zuvor den Chef der Raumfahrtbehörde.

Die US-Raumfahrtbehörde NASA will die Kooperation mit Russland bei Flügen zur Internationalen Raumstation ISS trotz des Ukraine-Krieges wieder aufnehmen. Aus Sicherheitsgründen und um "die US-Präsenz im Weltraum" zu sichern, werde es ab September wieder gemeinsame Flüge von NASA-Astronauten mit russischen Kosmonauten in russischen Sojus-Raketen geben, teilte die NASA mit. Russische Raumfahrer sollen demnach erstmals auch die im Auftrag der USA fliegenden SpaceX-Raketen nutzen können.

Geplant ist laut NASA derzeit, dass zwei US-Astronauten bei zwei verschiedenen Raummissionen in russischen Sojus-Raketen mitfliegen. Die erste dieser Missionen ist demnach für September geplant. Im Gegenzug sollen zwei Russen in einer SpaceX-Rakete mitfliegen. Eine entsprechende Vereinbarung über die Mitnahme russischer und amerikanischer Raumfahrer in Raketen des jeweils anderen Landes sei bereits am Donnerstag unterzeichnet worden, teilte auf Telegram auch Russlands Raumfahrtbehörde Roskosmos mit. "Die Vereinbarung entspricht den Interessen Russlands und der USA", heißt es von der Behörde in Moskau.

Russland entlässt Chef der Raumfahrtbehörde

Nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine am 24. Februar hatte der Westen Sanktionen gegen die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos verhängt. Auf der ISS ging die Zusammenarbeit jedoch weiter. Der damalige Roskosmos-Chef Dmitri Rogosin hatte allerdings im Februar gedroht, Russland könnte sich angesichts westlicher Sanktionen aus dem Projekt zurückziehen und die Raumstation auf der Erde zerschellen lassen.

Nur kurz vor der US-Bekanntgabe der Wiederaufnahme der Kooperation verkündete der Kreml die Entlassung des seit 2018 amtierenden Rogosin. Neuer Chef der russischen Raumfahrtbehörde werde Vize-Ministerpräsident Juri Borisow. Dieser war bisher innerhalb der Regierung bereits für den militärisch-industriellen Komplex zuständig. Zu diesem gehört in Russland auch die Raumfahrt. Rogosin, der als überzeugter Nationalist und eifriger Verfechter der russischen Offensive in der Ukraine auftrat, solle "bald" eine neue Stelle angeboten bekommen, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Genauere Angaben machte er jedoch nicht.

Die ISS ist ein gemeinsames Projekt der USA, Kanadas, Japans, der Europäischen Weltraumbehörde (ESA) und Russlands. Sie ist in ein russisches und ein US-Segment unterteilt. Nach der Einstellung ihres Space-Shuttle-Programms war die NASA eine Zeit lang ganz auf Mitfluggelegenheiten in russischen Sojus-Raketen angewiesen. Mittlerweile kann sie aber Raketen des privaten US-Raumfahrtunternehmens SpaceX für bemannte Missionen zur ISS nutzen.

Quelle: ntv.de, dbe/AFP

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