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Fast 200 Grad unter null Nächte auf dem Mond sind kälter als gedacht

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US-Messungen hatten noch Temperaturen um die minus 160 Grad festgestellt.

(Foto: imago/Hollandse Hoogte)

Zu den Mond-Experimenten der Chinesen zählen nicht nur exotische Forschungsansätze. Bei Temperaturmessungen auf der erdfernen Seite des Trabanten durch die Raumsonde "Chang'e 4" stellen die Wissenschaftler deutliche Unterschiede zu den Daten der Nasa fest.

Die chinesische Mondsonde "Chang'e 4" muss auf der erdabgewandten Mondseite kältere Nächte überstehen als angenommen. Die Temperatur auf der dieser Seite des Erdtrabanten sei in der Nacht auf minus 190 Grad gefallen, teilte die chinesische Raumfahrtbehörde CNSA mit. Dies sei "kälter, als die Wissenschaftler erwartet haben".

Bei früheren US-Missionen auf dem Mond seien nicht solch niedrige Temperaturen (um die minus 160 Grad) gemessen worden, sagte Missionsleiter Zhang He der Nachrichtenagentur Xinhua. Dies lasse sich wahrscheinlich mit den unterschiedlichen Bodenstrukturen auf der erdnahen und der erdabgewandten Seite des Mondes erklären.

"Chang'e 4" war am 3. Januar auf dem Mond gelandet. Es war die erste weiche Landung eines Raumgefährts auf der felsigen erdabgewandten Mondseite. Zu ihrem Schutz wurde die Sonde später etwa zwei Wochen lang in einen Standby-Modus versetzt. Am Mittwoch wurde sie wieder aktiv und begann, die Temperaturen in ihrer Umgebung zu messen.

Kurz nach der Landung von "Chang'e 4" hatte sie das Mond-Gefährt "Yutu-2" (Jadehase 2) ausgesetzt. Sonde und Rover sollen auf der erdabgewandten Mondseite das unberührte Terrain erforschen und wissenschaftliche Experimente vornehmen. Bei einem der Experimente soll ein von Wissenschaftlern der Universität Kiel entwickeltes Strahlenmessgerät zum Einsatz kommen.

Zu kalt für Lebensformen

Die Chinesen gehen bei ihren Experimenten auf dem Mond ganz neue Wege. Jüngst war es zum ersten Mal gelungen, dort eine Pflanze wachsen zu lassen. In einer Art speziellem Gewächshaus der chinesischen Sonde sei ein Baumwollsamen aufgegangen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Neben der Baumwolle hatten die Forscher um Xie Gengxin von der Chongqing Universität auch andere Pflanzensamen sowie Eier von Fruchtfliegen und Hefepilze auf den Mond geschickt. Sie sollten als eine Art Mini-Biosphäre voneinander profitieren. Bilder, die von der Sonde übertragen wurden, zeigten laut Xinhua allerdings, dass von den Pflanzen nur die Baumwolle gedieh.

Quelle: n-tv.de, mba/dpa

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