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Nach 20 Jahren Saturn-Forschung Nasa-Sonde "Cassini" verglüht

Viele Jahre schickte die Sonde "Cassini" Bilder und Daten vom Saturn an die Erde. Für Forscher war es eine Schatzgrube. Doch nun ist Schluss, Treibstoffmangel beendet die Nasa-Mission, die Sonde stürzt kontrolliert auf den Planeten.

Nach fast 20 Jahren im All ist die Nasa-Sonde "Cassini" in der Atmosphäre des Saturn verglüht. Das letzte Signal der Sonde sei wie erwartet um 13.55 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit als Radiowelle aufgefangen worden, 83 Minuten nachdem die Sonde es ausgesendet habe, teilte die US-Raumfahrtbehörde mit. Danach stürzte sie kontrolliert auf den Planeten.

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"Unser Raumschiff hat die Atmosphäre des Saturn erreicht und wir haben die letzte Übertragung bekommen", teilte die Nasa auf Twitter mit. Dort sollte die 2125 Kilogramm schwere Sonde wie ein Meteor auseinanderbrechen und die Teile dann verglühen. Bis zuletzt hatten mehrere wissenschaftliche Instrumente an Bord von "Cassini" gearbeitet und Daten zur Erde gesendet.

Der Grund für "Cassinis" Ende ist Treibstoffmangel, der Sonde gehen die Antriebsreserven aus. Das Forschungsgerät, benannt nach dem französischen Astronomen Giovanni Domenico Cassini (1625 bis 1712), war im Oktober 1997 gestartet und erreichte im Juli 2004 den Ringplaneten - huckepack mit der europäischen Landesonde "Huygens", die im Januar 2005 auf dem größten Saturnmond Titan landete und dessen eisige Landschaft mit riesigen Seen aus Methan offenbarte.

"Cassini" zog derweil ihre Bahnen durch das faszinierende Saturnsystem, sendete beeindruckende Bilder, entdeckte neue Ringe und Monde und enthüllte viele Geheimnisse des zweitgrößten Planeten im Sonnensystem. Zu "Cassinis" spektakulärsten Entdeckungen zählte der Nachweis eines unterirdischen flüssigen Ozeans auf dem kleinen Saturnmond Enceladus. Die Existenz flüssigen Wassers nährte die Vermutung, dass Enceladus oder auch Titan günstige Bedingungen für das Entstehen von Leben bieten könnten.

Zum Abschluss der Mission, die zu den erfolgreichsten der Raumfahrtgeschichte zählt, war "Cassini" 22 Mal zwischen dem Planeten und seinen Ringen hindurchgetaucht - eine Region, in der zuvor noch nie eine Sonde war. An der rund 3,2 Milliarden Dollar teuren Mission waren Tausende Mitarbeiter aus 17 Ländern beteiligt.

Quelle: n-tv.de, mli/AFP/dpa

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