Wissen

Trend in Vogelwelt hält an Naturschützer zählen weniger Insektenfresser

223694175.jpg

Wie jedes Jahr setzte sich der Haussperling an die Spitze der Rangliste der meistgezählten Vogelarten.

(Foto: picture alliance / blickwinkel/R. Sturm)

Mehr als 140.000 Menschen in Deutschland haben im Mai an der "Stunde der Gartenvögel" teilgenommen und Vogelarten und Anzahl notiert. Die Ergebnisse zeigen, dass es weiterhin um insektenfressende Vögel schlecht bestellt ist. Aufatmen lässt sich hingegen bei der Blaumeisenpopulation.

Bei der "Stunde der Gartenvögel" hat sich der langjährige Trend fortgesetzt, dass weniger insektenfressende Vogelarten in Deutschland gemeldet werden. Unter den größten Verlierern seien in diesem Jahr mit Mauersegler, Mehlschwalbe, Trauerschnäpper und Grauschnäpper auffallend viele Fluginsektenjäger, teilte der Naturschutzbund Deutschland (NABU) zur Endbilanz der Aktion mit.

Vom 13. bis 16. Mai hatten dem NABU zufolge mehr als 140.000 Menschen in Gärten und Parks Vögel gezählt. Insgesamt wurden demnach mehr als 3,1 Millionen Vögel knapp 230 verschiedener Arten gemeldet. Pro Garten seien es durchschnittlich knapp 33 Vögel gewesen. Das waren deutlich mehr als bei der vergangenen Zählaktion. Im Jahr 2020 war mit durchschnittlich 30 Vögeln pro Garten der bisher niedrigste Wert ermittelt worden.

Ein zentrales Fazit laut NABU: Der Vogelbestand in Deutschlands Dörfern und Städten sei seit Beginn der Zählungen 2005 insgesamt wohl weitgehend stabil. Dennoch sinken die Bestände bei 20 der 66 am häufigsten beobachteten Arten. Auffällig viele Rückgänge gibt es bei den Vögeln, die sich von Insekten ernähren. Deutliche Zunahmen gab es bei Vegetariern wie Ringeltauben, Stieglitz, Gimpel und Kernbeißer.

"Wer unseren gefiederten Sorgenkindern helfen will, muss seinen Garten so gestalten, dass Insekten sich dort wohlfühlen: heimische Laubgehölze pflanzen, Ecken mit Wildpflanzen anlegen und selbstverständlich auf Umweltgifte verzichten", sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Sichtungen aus 95.000 Parks und Gärten gemeldet

In der Rangliste der häufigsten Gartenvögel erreichte das Rotkehlchen seine bislang beste Platzierung: Der vor einigen Monaten zu Deutschlands "Vogel des Jahres" gewählte Singvogel kam auf Rang neun - "möglicherweise kraft Amtsbonus", so der NABU. An die Spitze sei wie jedes Jahr der Haussperling geflogen. Es folgten Amsel, Kohlmeise, Star, Blaumeise, Feldsperling, Elster und Ringeltaube.

Mehr zum Thema

Bereits zuvor hatte sich der NABU erleichtert über die Zahl der gemeldeten Blaumeisen gezeigt. Im vergangenen Jahr hatte ein Bakterium in vielen Teilen Deutschlands zu einem Massensterben der Tiere geführt. Laut den Ergebnissen der Zählung wurden nun wieder 22 Prozent mehr Blaumeisen gemeldet. Die Naturschützer hoben zudem eine besondere Entdeckung hervor. In der Nähe von München sei eine extrem seltene Kappenammer gesichtet worden. Diese Art lebe sonst auf dem Balkan und habe bisher in Deutschland nur ein einziges Mal gebrütet.

Gemeldet wurden die Sichtungen aus über 95.000 Parks und Gärten. "Nach der Rekordteilnahme während des ersten Lockdowns im vergangenen Jahr ist die Teilnehmendenzahl auf hohem Niveau geblieben", erklärte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Für die Natur sei ein gewachsenes Interesse an der Vielfalt vor der Haustür gut. Wer Vögeln helfen wolle, müsse seinen Garten insektenfreundlich gestalten.

Quelle: ntv.de, jru/dpa/AFP

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.