Wissen

Ungesunde "Nonstop-Gesellschaft" Wie man nachts wieder zur Ruhe kommt

266613736.jpg

Im Bett noch E-Mails beantworten - ein Symptom einer ruhelosen Gesellschaft.

(Foto: picture alliance/dpa/MAXPPP)

Corona, Krieg und Alltagsstress: Es nicht einfach, abzuschalten und erholsam zu schlafen. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung kommt nicht recht zu Ruhe. Schlafforscher Hans-Günter Weeß kennt ein paar Tipps, die Abhilfe schaffen sollen.

Viele Deutsche könnten nach Ansicht des renommierten Schlafforschers Hans-Günter Weeß mit einfachen Maßnahmen die Qualität ihres Schlafes steigern. "Statt spät Sport zu treiben oder schwere Mahlzeiten zu sich zu nehmen, sollte man sich etwa eine Stunde vor dem Schlaf zurückziehen", sagte der Leiter des Interdisziplinären Schlafzentrums im pfälzischen Klingenmünster.

Tag des Schlafes

Jedes Jahr am 21. Juni wird er begangen. Er wurde erstmals im Jahr 2000 initiiert, um stärker für das Problem Schlafstörungen und ihre möglichen Folgen zu sensibilisieren und über wirksame Therapien zu informieren.

Vielen Menschen gelinge es nicht, sich abends "zu entpflichten" und in eine schlafförderliche Entspannung zu kommen. Mit Verweis etwa auf Studien des Robert-Koch-Instituts (RKI) sagte Weeß, ein erheblicher Teil der Deutschen schlafe schlecht. "Sechs bis zehn Prozent haben behandlungsbedürftige Schlafstörungen. Wir gehen von einem zusätzlichen Drittel der Bevölkerung aus, das unruhig schläft."

Weeß beklagte eine zunehmende "Nonstop-Gesellschaft" in Deutschland, in der jeder rund um die Uhr erreichbar sei. "Da werden sogar im Bett E-Mails beantwortet. Ein ständiger Standby-Modus. Man liegt auf der Lauer: 'Gibt es noch etwas zu erledigen?' Gerade bei Jugendlichen ist das weit verbreitet", meinte der Buchautor ("Schlaf wirkt Wunder").

Tipp: Sollten uns schönen Dingen widmen

Weeß äußerte Verständnis, dass Menschen etwa wegen der Corona-Pandemie oder des Ukraine-Krieges einen schlechten Schlaf beklagen. "Wenn wir uns Sorgen machen, schlafen wir schlechter. Das ist normal. Gerade dann sollten wir uns schönen Dingen widmen, die es auch gibt und die uns emotional stabilisieren", betonte der Schlafforscher.

Bei den Hitzenächten rät Weeß zu Alkoholverzicht sowie zu einer warmen Dusche und zu warmen Getränken vor dem Zubettgehen. "Wir brauchen für den Schlaf eine fallende Körperkerntemperatur, welche wir durch Erwärmung der Hautoberfläche erreichen. Und bei der Bettwäsche sollte man zu Baumwolle statt zu synthetischen Stoffen greifen."

Quelle: ntv.de, kst/dpa

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen