Wissen

Urlaubsparadies schützt Korallen Palau verbietet Großteil der Sonnencremes

imago65216412h.jpg

Als UV-Filter verwendete Stoffe in Sonnencremes sind häufig für Korallenriffe schädlich.

(Foto: imago/Westend61)

Die bunte Unterwasserwelt des Pazifikstaats Palau ist besonders bei Schnorchel- und Tauchtouristen beliebt. Zwischen dessen Inseln befinden sich rund zwei Millionen Jahre alte Korallenriffe. Wer diese erkunden will, muss beim Sonnencreme-Kauf nun genauer hinsehen.

Der Pazifikstaat Palau will als erstes Land der Welt allen Sonnenschutz mit Substanzen verbieten, die für Korallen schädlich sind. Präsident Thomas Remengesau bestätigte ein entsprechendes Gesetz, das das Parlament bereits verabschiedet hat.

Das Gesetz gegen "Korallengift-Sonnencremes" soll am 1. Januar 2020 in Kraft treten. Wer sie trotzdem benutzt und erwischt wird, muss mit umgerechnet bis zu 875 Euro Strafe rechnen. Palaus Präsident kündigte zudem an, all solche Cremes beschlagnahmen zu lassen, wenn sie von ausländischen Urlaubern ins Land gebracht werden. Remengesau mahnte aber auch, ein "vernünftiges Gleichgewicht zu halten zwischen der Erziehung und der Abschreckung von Touristen".

Aktuellen Studien zufolge lassen die Chemikalien Oxybenzon und Octinoxat Korallen ausbleichen oder sogar ganz absterben. Diese Stoffe sind in den meisten Standardmarken enthalten. Palau - gelegen zwischen Australien und Japan - besteht aus mehr als 350 Inseln, hat aber nur etwa 20.000 Einwohner. Seit einiger Zeit setzt man dort verstärkt auf umweltschonenden Tourismus. Pro Jahr kommen etwa 100.000 Urlauber, die meisten aus Asien und den USA.

Bis zu 6000 Tonnen

"An jedem beliebigen Tag gelangt an Palaus beliebten Tauch- und Schnorchelorten literweise Sonnencreme in den Ozean", begründete ein Regierungssprecher in der Hauptstadt Koror die Entscheidung. Die US-amerikanische Meeresbehörde Noaa schätzt, dass weltweit jährlich bis zu 6000 Tonnen Sonnenschutzmittel in Korallenriffe gelangen.

Bereits heute kennzeichnen einige Sonnenschutz-Anbieter ihre Produkte mit Labels, die suggerieren, dass die Produkte Korallenriffen nicht schaden. Beim Kauf solcher Sprays und Cremes ist jedoch Vorsicht geboten: Es gibt noch keine einheitlich akzeptierte Definition, die klärt, was "Riff-freundliche" Produkte ausmacht und auf welche Stoffe darin verzichtet wird. Auch bestimmte Kleidung kann vor UV-Strahlung schützen.

Hawaii hatte bereits im Frühjahr ein Verbot von "Korallengift-Sonnencremes" erlassen, das 2021 in Kraft treten soll. Die Fluggesellschaft Hawaiian Airlines verteilte zeitweise kostenlose "Riff-freundliche" Sonnencreme an alle Passagiere, die aus anderen US-Bundesstaaten nach Hawaii flogen. Kurze Zeit später zog auch die Karibik-Insel Bonaire mit einem Verbot nach.

Quelle: n-tv.de, agr/AFP/dpa

Mehr zum Thema