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Bedenklich viele Infektionen Pferde-Virus tötet 14 Menschen in den USA

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Der EEE-Virus (rot) steckt in der Speicheldrüse einer Stechmücke, aufgenommen mit einem Elektronenmikroskop.

(Foto: wikipedia / gemeinfrei)

Denguefieber, Chikungunya oder Zika: Viele Erreger werden von Tieren auf Menschen übertragen. Ungewöhnlich viele Infektionen mit der sogenannten Östlichen Pferdeenzephalomyelitits gibt es in diesem Jahr in den USA. Die Gesundheitsbehörde warnt.

In diesem Jahr sind in den USA bereits 36 Menschen an der sogenannten Östlichen Pferdeenzephalomyelitis (Eastern Equine Encephalitis oder EEE) erkrankt. 14 Menschen starben daran. Das meldet die US-Gesundheitsbehörde CDC in einem Bericht, der im "New England Journal of Medicine" veröffentlicht wurde. In Anbetracht der gestiegenen Zahlen sind die Mitarbeiter der Behörde alarmiert. Sie sind der Auffassung, dass die aktuellen Zahlen eine Hinweis auf ähnlich Ereignisse dieser Art in Zukunft sein könnten.

Dem Bericht zufolge sind die Faktoren und die Wechselwirkungen, die für das Überspringen der Viren von Tieren auf Menschen verantwortlich sind, vielfältig: Wetter, Umwelt, menschliches Verhalten und Vogelbewegungen sind nur einige Beispiele dafür. Schon zuvor konnte anhand der Anzahl der Infizierten beobachtet werden, dass sich die Ausbreitung seit dem Jahr 2000 immer mehr Richtung Norden verschiebt.

Experten gehen davon aus, dass das Virus in Nordamerika bereits seit Jahrhunderten verbreitet ist. Erstmals wurde es 1933 beschrieben, bis 1959 wurden insgesamt 12 Epidemien registriert. In den vergangenen zehn Jahren wurden bis auf 2010 (10 Fälle) und 2012 (15 Fälle) nie mehr als 10 Erkrankungen gemeldet. Der aktuelle Anstieg auf 36 ist deshalb bemerkenswert.   

Das EEE-Virus gehört zur Gattung der Alphaviren. Es wird in Nordamerika vor allem durch die Stechmücke Culiseta melanura übertragen. Waldvögel und kleine Nagetiere, die in den Sumpfgebieten der östlichen USA verbreitet sind, gehören zum natürlichen Reservoir des Erregers. Gelegentlich werden aber auch Pferde und noch seltener Menschen mit EEE-Virus infiziert. Bricht die Krankheit bei Pferden aus, dann ist sie eine tödlich verlaufende Viruserkrankung und eine anzeigepflichtige Tierseuche. Da bisher nicht beobachtet wurde, dass sich Pferde untereinander oder sogar Menschen anstecken, müssen infizierte Tiere oder Menschen nicht isoliert werden.

Die meisten Infektionen ohne Symptome

Gelangt ein Virus in den menschlichen Körper, werden zuerst die sogenannten Langerhans- und dendritischen Zellen befallen. Diese Außenposten des Immunsystems leiten die Viren zu den Lymphknoten, wo sie sich vermehren. Es wird vermutet, dass 96 Prozent aller EEE-Infektionen beim Menschen ohne Symptome verlaufen und somit unbeachtet bleiben. Wird die Infektion allerdings zur Erkrankung, dann stirbt mehr als ein Drittel der Patienten daran. Die meisten Patienten, die überleben, leiden dauerhaft an schweren neurologischen Schäden.

Der Körper reagiert drei bis zehn Tage nach einer Infektion mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Abgeschlagenheit, starken Kopf- und Muskelschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Nach fünf Tagen kommen neurologische Symptome hinzu, die dann rasch voranschreiten. Der Nachweis des Virus ist in den ersten Tagen sowohl im Blut als auch im Nervenwasser nur selten möglich. Eine spezifische antivirale Therapie gibt es für Menschen bisher nicht. Für Pferde allerdings ist eine Impfung in betroffenen Gebieten möglich.

Quelle: n-tv.de, jaz