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Frühe, eindeutigere Diagnose Psychosen zeigen sich in Hirnwindungen

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Vereinfachte Darstellung der sogenannten kortikalen Faltung in verschiedenen Hirnregionen.

(Foto: Universität Basel / Universitäre Psychiatrische Kliniken Basel)

Menschen mit Psychosen leiden vielfältig unter ihrer Erkrankung. Umso wichtiger ist es, diese Erkrankung schnell zu erkennen und zu behandeln. Eine frühe Diagnose könnte in Zukunft nach einem Blick ins Gehirn gestellt werden.

Ängste gehören zum Leben dazu. Wer diese allerdings sehr stark, ziemlich oft und ohne jeglichen Grund spürt, der könnte unter einer Psychose leiden. Diese allerdings ist gerade bei jungen Menschen nur schwer eindeutig zu diagnostizieren, obwohl sie so früh wie möglich behandelt werden sollte. Ein internationales Forscherteam hat sich deshalb auf die Suche nach Hinweisen im Gehirn gemacht. Der Neurowissenschaftler André Schmidt von der Universität Basel und die Psychiaterin Lena Palaniyappan von der University of Western Ontario legten dabei besonderen Fokus auf die Windungen im Hirn.

Sie wollten wissen, wie diese miteinander agieren, ob dieses Zusammenspiel bei Patienten mit einem erhöhten Psychoserisiko beeinträchtigt ist und ob sich anhand der Hirnwindungen voraussagen lässt, welche Risikopatienten tatsächlich eine Psychose entwickeln werden und welche nicht.

Untersuchung bei jungen Menschen

Für die Untersuchung wurden die Gehirne von 161 Personen im Alter zwischen 24 und 26 Jahren mit einem Magnetresonanztomografen durchleuchtet und die Ergebnisse mit einer mathematischen Graphentheorie analysiert. 44 galten als psychisch gesund, bei 38 hatte es in der Vergangenheit bereits eine erste psychotische Episode gegeben. 79 hatten einen erhöhtes Psychoserisiko, von denen litten 16 später unter einer voll ausgeprägten Psychose. Die Daten wurden im Zeitraum von November 2008 bis November 2014 erhoben.

Die Forscher konnten sehen, dass bei Ersterkrankten und Risikopatienten die Hirnwindungen in einzelnen Regionen nicht so gut miteinander arbeiten oder stärker isoliert sind als bei den gesunden Personen aus der Kontrollgruppe. Sie gaben zudem an, mit ihrer speziellen Methode mit einer mehr als 80-prozentigen Sicherheit voraussagen zu können, welcher Patienten später eine ausgeprägte Psychose entwickeln wird und welcher nicht.

Die Forscher, die ihre Ergebnisse im Jama Network Psychiatry veröffentlichten,  gehen davon aus, dass sich mit ihrer Netzwerkanalyse in Zukunft  individuelle Risikoprognosen deutlich verbessern ließen. Bis dahin seien jedoch weitere Untersuchungen nötig, um die Ergebnisse zu stützen.

Quelle: n-tv.de, jaz