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Geruch von verbranntem Plastik Rauchalarm schreckt ISS-Besatzung auf

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Ein Bild der NASA von der Internationalen Raumstation.

(Foto: NASA)

Ein Warnsignal wird auf der Internationalen Raumstation nicht auf die leichte Schulter genommen. Der Alarm kommt von einem Rauchmelder, der im russischen Teil losgeht. Später klärt sich, was den Alarm ausgelöst hat. Die Weltraumfahrer geben Entwarnung.

Rauch hat in einem russischen Segment auf der Internationalen Raumstation ISS ein Alarmsignal ausgelöst. Während des automatischen Aufladens von Batterien sei in der Nacht zum Donnerstag um 03.55 MESZ im Modul "Swesda" ("Stern") ein Rauchmelder angegangen, teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mit.

Laut RIA Nowosti meldete der französische Astronaut Thomas Pesquet einen Geruch nach "brennendem Plastik oder Elektrogeräten", der über die Lüftung vom russischen in den US-Teil der Raumstation geströmt sei. In einem Livestream der US-Raumfahrtbehörde Nasa war außerdem zu hören, wie Kosmonaut Oleg Nowizki den Geruch von verbranntem Plastik schilderte. Die ISS fliegt rund 400 Kilometer über der Erde. Roskosmos erklärte, die Besatzung sei in Sicherheit und habe nach dem Alarm weitergeschlafen.

Unklar war zunächst, woher Rauch und Geruch kamen. Um eine mögliche Rauchbelastung zu verhindern, wurde Roskosmos zufolge ein Filter zur Reinigung der Luft eingeschaltet. Später erklärte Kosmonaut Nowizki, eine Luftmessung habe keine Verunreinigung angezeigt. Alle Systeme funktionierten normal, die Besatzung konnte weiter ihrem Alltag nachgehen, versicherte Roskosmos. Wie geplant solle die Besatzung später am Tag einen Weltraumspaziergang antreten.

"Das ist nichts Neues"

"Dass auf der russischen Seite mal ein Rauchmelder losgeht, das ist nichts Neues", sagte der deutsche Raumfahrer Matthias Maurer, der Ende Oktober zur ISS fliegt, bei einer Pressekonferenz in Köln. Im Unterschied zur amerikanischen Seite der ISS funktioniere das System auf der russischen Seite etwas anders. "Dort kommt öfters mal Staub in die Optik, das sind optische Sensoren, und die erzeugen dann erst einmal einen Rauchalarm. Das ist noch kein Feueralarm." Die ISS-Besatzung sei für Extremsituationen wie Feuer, einen Druckverlust durch ein Leck oder Gift in der Atemluft natürlich ausgebildet, sagte Maurer.

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Ein russischer Raumfahrtexperte hatte sich Ende August besorgt über den Zustand des russischen Teils der SS geäußert. Etwa 80 Prozent der Bordsysteme hätten "das Ende ihrer Wartungszeit erreicht", sagte der Chefingenieur des Raumfahrtunternehmens Energia, Wladimir Solowjow. Daher könnten jederzeit "irreparable Fehler auftreten".

Ende August hatte Solowjow über kleine Risse im russischen Frachtmodul "Sarja" informiert, einem der ältesten Teile der ISS. Das Servicemodul "Swesda" hatte bereits mehrfach Sauerstofflecks, zuletzt im Juli. Ebenfalls im Juli hatte das neue russische Labormodul "Nauka" beim Andocken die gesamte ISS von ihrer Flugbahn abgebracht, nachdem seine Triebwerke ungeplant gezündet hatten.

Quelle: ntv.de, jaz/dpa

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