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Bestand geht dramatisch zurück Rebhühner haben zu wenig Lebensraum

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Nur noch sehr selten in Deutschland zu beobachten: ein Rebhuhn (Perdix perdix).

(Foto: dpa)

Als Bodenbrüter hat es das Rebhuhn nicht leicht. Die intensive Flächennutzung der Landwirtschaft nimmt zu - Brachen, Feldränder und Gräben als Rückzugsorte schwinden. Der Deutsche Jagdverband schlägt nun Alarm. Und fordert finanzielle Anreize für den Naturschutz.

Die Zahl der Rebhühner in Deutschland ist in den vergangenen zehn Jahren um die Hälfte geschrumpft. 2019 lebte im Schnitt ein Rebhuhnpaar auf einer Fläche von vier Quadratkilometern, wie der Deutsche Jagdverband (DJV) in Berlin mitteilte. Vor zehn Jahren waren es noch rund doppelt so viele gewesen. Durch eine intensivere Flächennutzung in der Landwirtschaft fehle den Bodenbrütern vegetationsreicher Lebensraum wie etwa Brachen, Feldränder und Gräben. Der Jagdverband fordert Einkommensanreize für Landwirte, die sich für Artenvielfalt einsetzen.

Insgesamt wurden auf 78.000 Quadratkilometern etwa 21.200 Rebhuhnpaare erfasst - etwa 43 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche umfasste die Erhebung über das Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD). Revierinhaber schätzen dabei alle zwei Jahre das Vorkommen verschiedener Arten in ihrem Revier ein. Die höchsten Dichten - und damit das Hauptverbreitungsgebiet der Tiere - findet sich demnach im Westen und Nordwesten Deutschlands. Absolute Zahlen zum Bestand der Rebhühner gibt es nicht.

Da eine nachhaltige Bejagung nicht mehr möglich ist, gilt laut Jagdverband in etwa der Hälfte der Bundesländer eine ganzjährige Schonzeit - das heißt, die Tiere werden dort nicht mehr gejagt. Laut den Jägern sind für die Vögel neben Brachen auch Blühflächen wichtig, die über den Winter stehen bleiben und als Bruthabitat dienen. Dafür brauche es aber die Hilfe der Landwirte.

"Wenn Landwirte auf ihren Flächen Naturschutz betreiben, dann muss die Politik das künftig entsprechend entlohnen", sagte DJV-Vizepräsident Helmut Dammann-Tamke. Beispielsweise könnten Landwirte ausgedünnte Getreidebestände oder Blühflächen zur Bio-Energiegewinnung anlegen und so auch Biodiversität fördern.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/AFP

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