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Forscher bescheinigen Effekt Regionale Ausreisetests sind hochwirksam

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Stichprobenartige Kontrollen sollen die Einhaltung der Regel in den betroffenen Gebieten sicherstellen.

(Foto: picture alliance / DANIEL SCHARINGER / APA / picturedesk.com)

In 14 österreichischen Regionen muss bei der Ausreise ein negativer Corona-Test vorgelegt werden. Wissenschaftler attestieren der Maßnahme nun eine hohe Effektivität. Sie plädieren für eine langfristige Präventionsstrategie, um so die Entstehung von Super-Hotspots zu verhindern.

Die in Österreich geltenden regionalen Ausreisetests aus Gebieten mit hohen Corona-Infektionszahlen könnten sich nach Ansicht von Forschern zu einem extrem wirksamen Mittel zur Pandemie-Eindämmung entwickeln. In solchen Bezirken werde das tägliche Wachstum der Sieben-Tage-Inzidenz im Schnitt um sechs Prozent gebremst, wie Komplexitätsforscher um Peter Klimek vom Complexity Science Hub in einem "Policy Brief" berechneten.

Von dem Effekt profitieren die Regionen selbst, weil sich die Testzahlen dort erhöhen, aber natürlich auch die Nachbarregionen. Werde der Grenzwert für diese vierwöchigen lokalen Maßnahmen von aktuell 400 im Laufe des Sommers auf eine Inzidenz von 100 gesenkt, sei damit zu rechnen, dass im Bundesschnitt infolgedessen nach einiger Zeit nur noch um die 50 neu infizierte Personen pro 100.000 Einwohner und Woche zu verzeichnen wären, schrieben die Wissenschaftler in dem Papier.

Vermeidung von Hochinzidenzgebieten

"Eine 7-Tage-Inzidenz von 50 ist im österreichischen Gesundheitssystem nachhaltig managebar", schreiben die Forscher aufgrund ihrer Modellrechnungen. Bei Öffnungsschritten solle daher das Konzept der Ausreisetests keinesfalls aufgegeben werden, sondern im Gegenteil der Grenzwert mit fallenden Fallzahlen schrittweise auf 25 gesenkt werden. "Diese Präventionsstrategie führt auch mittelfristig zu einer sehr niedrigen Wahrscheinlichkeit, dass eine Region zur Hochinzidenzregion wird, und ist ein zentraler Baustein zur pandemischen Kontrolle."

Die Annahmen der Forscher basieren auf Analysen der Situation von 14 politischen Bezirken oder Gemeinden, in denen Ausreisetests bisher verordnet wurden. Auch durch verminderte Mobilität und Kontakthäufigkeit ebbe eine Welle unter diesen Bedingungen rascher ab, hieß es.

Wer aus Gebieten mit sehr hoher Inzidenz ausreisen will, braucht einen maximal 48 Stunden alten negativen Antigentest oder einen höchstens 72 Stunden alten negativen PCR-Tests. Es wird jeweils stichprobenartig kontrolliert. Ausnahmen bestehen unter anderem für die Durchreise ohne Zwischenstopp.

Quelle: ntv.de, mdi/dpa

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