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"Juno" erkundet Roten Fleck Riesiger Wirbelsturm auf Jupiter vermessen

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Von der Raumsonde Juno am 1. April aufgenommener Wirbelsturm namens Großer Roter Fleck auf dem Jupiter.

(Foto: NASA/JPL-Caltech/SwRI/MSSS/ Gerald Eichstädt /Seán Doran/dpa)

Auf dem Planeten Jupiter toben gigantische Wirbelstürme. Sein Großer Roter Fleck ist sogar der größte des gesamten Sonnensystems. Die Raumsonde "Juno" hat nun einen Blick in die Tiefe des Ungetüms gewagt. Dabei zeigt sich, dass dieser ganz anders funktionieren muss als Hurrikans auf der Erde.

Der Große Rote Fleck auf dem Planeten Jupiter ist der größte Wirbelsturm im Sonnensystem - und er tobt bereits seit zwei Jahrhunderten. Messungen der US-Raumsonde "Juno" zeigen nun, dass sich der Wirbelsturm bis weit unter die Wolkendecke des Planeten erstreckt. Auch die sich ringförmig um den Planeten ziehenden Jet-Stürme reichen mit bis zu 3000 Kilometern viel tiefer als bislang angenommen, wie an der "Juno"-Mission beteiligte Forscherteams im Fachblatt "Science" berichten.

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Diese beeindruckende Ansicht des Großen Roten Flecks und der turbulenten südlichen Hemisphäre des Jupiter wurde von Juno bei einem nahen Vorbeiflug an dem Planeten aufgenommen.

(Foto: NASA/JPL-Caltech/SwRI/MSSS/Kevin M. Gill/dpa)

Bereits im frühen 17. Jahrhundert - also kurz nach der Erfindung des Fernrohrs - entdeckten Astronomen verschiedenfarbige Streifen in der Atmosphäre von Jupiter. Inzwischen wissen Planetenforscher, dass es sich dabei um Bereiche unterschiedlicher Temperatur und chemischer Zusammensetzung handelt. Diese Unterschiede sind auch für die verschiedenen hellen und dunklen Farben der Bänder verantwortlich. An den Grenzen der atmosphärischen Bänder toben gewaltige Stürme - Jets genannt - mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 1500 Kilometern pro Stunde.

Ein weiteres Phänomen in der Jupiter-Atmosphäre sind Wirbelstürme aller Größen - der prominenteste Vertreter ist der Große Rote Fleck. Sichere Beobachtungen dieses Monstersturms sind seit 1830 überliefert. Ende des 19. Jahrhunderts erreichte er mit 40.000 Kilometern Länge und 14.000 Kilometern Breite seine größte Ausdehnung. Inzwischen ist er auf eine Länge von 16.000 Kilometer geschrumpft - was immer noch größer ist als unsere Erde, die einen Durchmesser von 12.700 Kilometern hat.

"Wie all diese Strukturen in der Jupiter-Atmosphäre sich nach unten verändern, wissen wir nicht", erläutert Scott Bolton vom Southwest Research Institute in San Antonio im US-Bundesstaat Texas. "Die Theorien dazu reichen von flachen meteorologischen Phänomenen bis zu weit in die Tiefe reichenden vertikalen Strömungen."

Tiefer Blick in den Roten Fleck

Die Untersuchung der Atmosphäre des größten Planeten unseres Sonnensystems gehört daher zu den wichtigsten Aufgaben der im August 2011 gestarteten Raumsonde "Juno", die Jupiter seit Juli 2016 umkreist. Bolton und seinem Team gelang mithilfe von Mikrowellen ein tiefer Blick in den Großen Roten Fleck. Zur Überraschung der Forscher reicht der Wirbelsturm bis weit unter die Wolkendecke des Planeten hinab. Demnach, so die Folgerung, müsse es dort Niederschläge und starke Abwinde geben, die möglicherweise auch eine wichtige Rolle bei der Entstehung und Erhaltung des Großen Roten Flecks spielen.

Parallel zu diesen Messungen analysierten Marzia Parisi vom California Institute of Technology und ihre Kollegen kleine Störungen in der Umlaufbahn der "Juno"-Sonde. Daraus können die Forscher auf Dichteschwankungen in der Jupiter-Atmosphäre schließen und so ebenfalls Erkenntnisse über die Tiefe der Stürme gewinnen. Die Jet-Stürme zwischen den atmosphärischen Bändern reichen demnach bis in eine Tiefe von 3000 Kilometern - während der Große Rote Fleck "nur" 500 Kilometer hinabreicht.

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"Warum der Große Fleck so viel flacher ist als die Jets, wissen wir nicht", schreiben Parisi und ihre Kollegen. Sicher sei nur, dass der Antriebsmechanismus für den Wirbelsturm völlig anders sein müsse als bei Zyklonen auf der Erde: "Denn auf der Erde spielt die Oberfläche dabei eine wichtige Rolle - und Jupiter besitzt keine feste Oberfläche."

"Juno" bleibt voraussichtlich noch bis 2025 in Betrieb. Die Forscher dürfen also hoffen, weitere Einblicke in die atmosphärischen Phänomene des Riesenplaneten zu erhalten.

Quelle: ntv.de, Rainer Kayser, dpa

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