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UN-Bericht für 2017 Schäden durch Extremwetter so hoch wie nie

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10. September 2017, USA, Boynton Beach: Hohe Wellen umschließen bei der Ankunft von Hurrikan "Irma" in Florida den Zugang zum Strand.

(Foto: picture alliance / Jim Rassol/So)

Extreme Wetterereignisse richten weltweit immer größere Schäden an. Das stellt die Weltwetterorganisation fest. Ihr Bericht verzeichnet für 2017 Rekordschäden. Und auch das neue Jahr verspreche nichts Gutes.

Die Schäden durch extreme Wetterlagen waren im vergangenen Jahr so hoch wie nie zuvor. Das geht aus dem "Klimazustand 2017-Bericht" der Weltwetterorganisation (WMO) hervor. Ursachen für die Schäden waren ungewöhnlich viele Hurrikane im Nordatlantik, schwere Überschwemmungen auf dem indischen Subkontinent und schwere Dürren in Ostafrika, heißt es in dem Bericht.

2017 war das bislang heißeste Jahr, das nicht durch das Wetterphänomen El Niño beeinflusst war. El Niño tritt alle paar Jahre auf und wird von wärmeren Wassertemperaturen im tropischen Pazifik ausgelöst. In der Folge gibt es aufgrund von veränderten Luft- und Meeresströmungen in manchen Weltregionen mehr Überschwemmungen, in anderen mehr Dürren. Doch 2017 war kein El Niño-Jahr.

Die WMO verweist auf die Schätzung des weltgrößten Rückversicherers Munich Re, der die versicherten und nicht versicherten Schäden durch Naturkatastrophen im Jahr 2017 auf 330 Milliarden Dollar (also gut 260 Milliarden Euro) geschätzt hatte.

"2018 hat angefangen, wie 2017 aufgehört hat"

Auch das neue Jahr verspreche nichts Gutes: "2018 hat angefangen, wie 2017 aufgehört hat: mit extremem Wetter, das Menschenleben gefordert und Existenzgrundlagen zerstört hat", erklärte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas. In der Arktis seien die Temperaturen ungewöhnlich hoch gewesen, die Bewohner der nördlichen Hemisphäre hätten es bitterkalt gehabt, in Australien und Argentinien sei es extrem heiß gewesen, Kenia und Somalia hätten unter Dürre und Kapstadt in Südafrika unter Wasserknappheit gelitten.

Das Risiko, durch Hitze zu sterben, sei seit 1980 stetig gestiegen, schreibt die WMO. Rund 30 Prozent der Weltbevölkerung lebten heute in Klimazonen, in denen an mindestens 20 Tagen im Jahr potenziell tödlich hohe Temperaturen herrschen.

Die WMO bestätigte vorläufige Angaben vom Januar, wonach 2017 eines der drei heißesten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen vor mehr als 100 Jahren war. Die Temperatur lag demnach 1,1 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau. Außerdem erinnert die Organisation daran, dass die CO2-Konzentration in der Atmosphäre in 25 Jahren von 360 ppm (Teilen pro Million) auf mehr als 400 ppm gestiegen ist. Innerhalb von 800.000 Jahren habe es natürliche Schwankungen zwischen 180 und 280 ppm gegeben. "Das zeigt, dass die heutige CO2-Konzentration von 400 ppm die über Hunderttausende Jahre gesehenen natürlichen Schwankungen übersteigt", so die WMO.

Quelle: n-tv.de, asc/dpa

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