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Humanoider Roboter an Bord Sojuskapsel scheitert beim Andocken an ISS

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Mit der russischen Sojusrakete wurde ein menschenähnlicher Roboter zur ISS gebracht.

(Foto: AP)

Die Bewohner der ISS dürfen ihren neuen Kollegen, den Humanoiden Fedor doch noch nicht begrüßen. Eine Kapsel der russischen Sojusrakete sollte den Roboter zur Weltraumstation fliegen. Doch sie kann dort aufgrund technischer Probleme nicht andocken. Ein zweiter Versuch wird aber bereits geplant.

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Wegen eines technischen Problems an der Internationalen Raumstation ISS haben russische Kosmonauten ein Andockmanöver einer Sojuskapsel mit einem Roboter an Bord abgebrochen. Der Frachter habe sich inzwischen wieder leicht von der ISS entfernt, teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mit. Ein weiterer Andockversuch sei bereits in Planung, könne nach russischen Angaben frühestens am Montag unternommen werden, teilte die Nasa weiter mit.

Die Raumfahrer am Außenposten der Menschheit rund 400 Kilometer über der Erde seien nicht in Gefahr, hieß es. Nach Angaben der Nasa liegt das Problem nicht bei der Raumkapsel, sondern beim Andocksystem der ISS. An Bord der ISS habe es ein Funkproblem gegeben, das "behoben werden kann", sagte der Leiter des russischen Segments der ISS, Wladimir Solowjow. Er stellte einen neuen Andockversuch für Montagmorgen in Aussicht.

Die Trägerrakete war am Donnerstag vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet. Neben Nahrungsmitteln sollte die Kapsel auch Medikamente für die Besatzung, sowie einen menschenähnlichen Roboter mit dem Namen Fedor mitbringen. Fedor ist 1,80 Meter groß, wiegt etwa 160 Kilo und ähnelt dem menschlichen Körper.

Fedor ist nicht der erste Roboter im Weltall

Er hat einen eigenen Twitter-Account, mit dem über die Arbeit mit dem Roboter berichtet wird. Auf der ISS sollen in den kommenden Wochen die Fähigkeiten des Roboters getestet werden. Fedor soll langfristig als eine Art Versuchspassagier für gefährliche Testmissionen genutzt werden.

Schon vor der aktuellen russischen Mission gab es Projekte mit Robotern im All: Im Jahr 2011 brachte die Nasa den "Robonaut 2" in den Weltraum, der 2018 wegen technischer Probleme ausgemustert wurde. 2013 brachte Japan einen kleinen Roboter zur ISS, der sprechen konnte - allerdings nur Japanisch. Derzeit arbeiten auf der ISS drei US-Amerikaner, zwei Russen und ein Italiener.

Quelle: n-tv.de, lwe/dpa/AFP

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