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Die Zephyr S, ein unbemanntes Solarflugzeug, soll nun in die Serienproduktion gehen.
Die Zephyr S, ein unbemanntes Solarflugzeug, soll nun in die Serienproduktion gehen.(Foto: Airbus)
Mittwoch, 08. August 2018

26 Tage in der Luft: Solarflugzeug stellt neuen Weltrekord auf

Es soll Waldbrände früher erkennen, Ölverschmutzungen im Meer entdecken können und Internet an entlegene Orte bringen: Die Zephyr S ist ein neues Prestigeprojekt von Airbus. Nach einem erfolgreichen Test soll der unbemannte Flieger nun in Serie gebaut werden.

Das Airbus-Solarflugzeug Zephyr S ist bei seinem Erstflug fast 26 Tage ununterbrochen in der Luft gewesen und hat damit einen neuen Ausdauer-Weltrekord aufgestellt. Das unbemannte Flugzeug sei am 11. Juli in Arizona gestartet und erst nach 25 Tagen, 23 Stunden und 57 Minuten wieder gelandet, teilte der Flugzeugbauer mit. "Im Serienbetrieb wird Zephyr dann rund 3 Monate ununterbrochen in der Luft sein können", kündigte Airbus an.

Das unbemannte Flugzeug soll zunächst als Relaisstation genutzt werden, um Internetverbindung in die entlegensten Gegenden der Welt zu bringen. Erstkunde ist das britische Verteidigungsministerium.

Zephyr könnte auch bei Hitze über einer hunderte Quadratkilometer großen Region kreisen und Waldbrände früh erkennen, Ölverschmutzungen im Meer entdecken oder Grenzschutzmissionen und andere Einsätze unterstützen. Es sei billiger und flexibler und liefere schärfere Bilder als ein Satellit und habe "das Potenzial, das Katastrophenmanagement zu revolutionieren", so Airbus.

Die Serienproduktion soll jetzt in Farnborough bei London starten. Das 75 Kilogramm leichte Flugzeug mit 25 Metern Spannweite wird nur mit Solarstrom betrieben und fliegt in 21 Kilometern Höhe weit über dem normalen Flugverkehr und den Wolken in der Stratosphäre. So hoch seien bisher nur drei Flugzeuge geflogen: das Überschallflugzeug Concorde und die Militäraufklärer U-2 und SR-71 Blackbird, sagte ein Airbus-Sprecher. Flugdauer-Weltrekordhalter vor dem Jungfernflug von Zephyr S war 2010 ein Zephyr-Prototyp, der 14 Tage in der Luft war.

Quelle: n-tv.de