Wissen

Die nächste erst im Oktober 2022 Sonnenfinsternis zur Mittagspause zu sehen

22207096.jpg

Die letzte partielle Sonnenfinsternis fand vor sechs Jahren statt.

(Foto: picture alliance / dpa)

Das letzte Mal stimmten alle Bedingungen vor sechs Jahren. Nun ist es wieder so weit: Wenn der Mond heute an der Sonne vorbeizieht, kommt es zur partiellen Sonnenfinsternis. Wie viel es von dem Himmelsspektakel zu bestaunen gibt, hängt jedoch vom Standort in Deutschland ab.

Nach sechs Jahren Wartezeit ist heute wieder eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Das Himmelsspektakel beginnt im Nordosten Kanadas, zieht über das nördliche Polarmeer, streift die Nordwestecke Grönlands, geht über den Nordpol und endet im Nordosten Sibiriens. In Deutschland werden leider nur wenige Prozent der Sonnenscheibe vom Mond verdeckt - umso mehr, je nördlicher man sich befindet.

So wird sich der Mond in Kiel zu rund 20 Prozent und in München zu rund 6 Prozent vor den Mittelpunkt unseres Sonnensystems schieben. Das Phänomen wird rund zwei Stunden dauern. Da der Mondschatten von West nach Ost verläuft, beginnt die Finsternis in Aachen bereits um 11.21 Uhr, in Braunschweig um 11.30 Uhr und in Frankfurt/Oder erst um 11.40 Uhr. Eine Stunde nach Beginn tritt die maximale Bedeckung ein - im Westen gegen 12.20 und im Osten gegen 12.40 Uhr. Eine Stunde nach dem Maximum ist das Spektakel vorbei.

Dem Blick auf die partielle Sonnenfinsternis steht in weiten Teilen Deutschlands nichts entgegen. Vom zentralen und östlichen Mittelgebirge bis zu den Alpen gebe es zwar Schauer und Gewitter, im Rest der Republik sei der Himmel heute jedoch kaum bewölkt, teilte der Deutsche Wetterdienst mit. Besonders gute Aussichten gibt es im Westen und Osten. Die Experten warnen jedoch davor, die Finsternis ohne Sonnenfinsternisbrille zu beobachten, denn alle anderen Hilfsmittel dämpfen das Sonnenlicht nicht ausreichend, bleibende Augenschäden wären die Folge.

Im Norden noch spektakulärer

Wer noch keine spezielle Brille hat, kann sich das Spektakel auch im Livestream anschauen. Die Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien streamt das Ereignis von 11.15 bis 13.15 Uhr live auf dem Youtube-Kanal der Stiftung Planetarium Berlin.

Stromnetzbetreiber haben sich bereits auf einen teilweisen Einbruch der Solarenergie durch die erwartete Sonnenfinsternis vorbereitet. Es werde bei dem Himmelsschauspiel zwar nur ein Teil der Sonne verdeckt, erklärte der Netzbetreiber Amprion. Es könnte aber binnen kurzer Zeit Solarstrom in einer Größenordnung von einem Gigawatt wegfallen - dies entspricht etwa der Leistung eines Atomkraftwerks.

Allerdings sind bei dieser Finsternis Zuschauer in Mitteleuropa ohnehin nur Zaungäste, wie die Sternfreunde schreiben. Weiter im Norden wird das Ereignis spektakulärer: Im nördlichen Asien, der Arktis und auf Grönland gebe es eine Zone zentraler Verfinsterung, hieß es weiter. Dort schiebe sich der Trabant zentral vor die Sonne. Für eine totale Sonnenfinsternis sei der Mond allerdings am 10. Juni zu weit von der Erde entfernt, es bleibe ein schmaler Lichtring um den Mond zu sehen. Astronomen sprechen von einer "ringförmigen" Sonnenfinsternis. Für maximal drei Minuten und 51 Sekunden wird der Mond vom nordwestlichen Teil Grönlands aus vollständig vor der Sonne stehen.

Eine Sonnenfinsternis ist deshalb so selten, weil für das Phänomen viele Bedingungen stimmen müssen. Sie kann nach Angaben der Experten nur bei Neumond eintreten, wenn der Trabant genau zwischen Erde und Sonne steht. Durch die Neigung der Mondbahn ziehe dieser aber meist ober- oder unterhalb der Sonne vorbei. Nur wenn der Mond an diesen Tagen auch die scheinbare Sonnenbahn am Himmel kreuzt, stimmen die Bedingungen: Maximal zwei bis vier Sonnenfinsternisse gebe es jährlich irgendwo auf der Erde. Die nächste auch in Deutschland zu sehende wird es am 25. Oktober 2022 geben.

Quelle: ntv.de, spl/dpa/rts

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.