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Wenige Minuten vor Start SpaceX-Raketenflug zur ISS verschoben

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Bleibt erstmal am Boden: Die Falcon 9 der Firma SpaceX.

(Foto: REUTERS)

Wenige Minuten vor dem Start zieht SpaceX die Notbremse: Die "Falcon 9"-Rakete mit zwei Astronauten an Bord hebt nicht wie geplant zur Raumstation ISS ab. Das Wetter ist zu schlecht. Ein Nachfolgetermin steht schon fest.

Das private Raumfahrtunternehmen SpaceX des Milliardärs Elon Musk hat wegen ungünstiger Wetterbedingungen den Start einer bemannten Rakete vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida abgebrochen. Der Countdown wurde weniger als 17 Minuten vor dem Abheben der "Falcon 9"-Rakete vom Kennedy-Space-Center gestoppt.

Über dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida waren dunkle Wolken zu sehen und es regnete, zudem gab es Sorge wegen Blitzen. Im Vorfeld hatte die Nasa eine 60-prozentige Chance auf geeignete Wetterbedingungen gesehen. Ein nächster Startversuch könnte am Samstag stattfinden. Die Sicherheit der Astronauten sei die oberste Priorität der Nasa, kommentierte Nasa-Chef Jim Bridenstine per Twitter nach der Verschiebung.

Weltweit war der Start mit Spannung erwartet worden. US-Präsident Donald Trump und Vizepräsident Mike Pence waren nach Florida gereist, um den Start live vor Ort zu verfolgen. Die US-Raumfahrer Robert Behnken und Douglas Hurley sollten mittels der "Falcon 9"-Rakete 19 Stunden lang zur Internationalen Raumstation fliegen - rund neun Jahre nachdem zuletzt Astronauten von den USA aus zu der Raumstation gestartet waren. Es handelt sich um den letzten Flugtest für den vom privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX entwickelten "Crew Dragon". Das Unternehmen hat bislang nur Fracht zur ISS transportiert.

Zuletzt waren im Sommer 2011 Astronauten mit der US-Raumfähre "Atlantis" zur ISS geflogen. Danach mottete die US-Raumfahrtbehörde Nasa ihre Space-Shuttle-Flotte aus Kostengründen ein und war für Flüge zur ISS seither auf Russland angewiesen. Das war mit rund 80 Millionen Euro pro Flug in einer russischen Sojus-Kapsel nicht nur teuer, sondern kratzte auch mächtig am Ego. Eigentlich waren eigene Flüge aus den USA zur ISS von der Nasa schon für 2017 angekündigt gewesen - im Zuge technischer Probleme, Finanzierungsschwierigkeiten und Umstrukturierungen nach der Wahl von US-Präsident Trump wurde das Projekt aber immer weiter aufgeschoben.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa/AFP/rts