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Ähnlich hohe Immunantwort Studie: Bei Genesenen reicht eine Impfdosis

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Die Forschenden empfehlen, dass nachweislich Infizierte vorerst nur einmal geimpft werden sollten, sodass der knappe Impfstoffvorrat auf mehr Menschen verteilt werden kann.

(Foto: picture alliance / AA)

Corona-Impfstoffe sind nach wie vor knapp. Hersteller wie Biontech/Pfizer kommen angesichts der hohen Nachfrage mit der Produktion nicht hinterher. Eine Lösung präsentieren nun US-Wissenschaftler. Sie finden heraus, dass bei genesenen Corona-Patienten eine Impfdosis ausreicht.

Bei Menschen, die eine schwere Infektion mit dem Coronavirus überstanden haben, wirkt eine Impfdosis anschließend so gut wie zwei. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher in einer neuen US-Studie, die im Wissenschaftsmagazin "Nature Medicine" erschienen ist. Demnach entwickeln Personen, die sich von einer Covid-19-Erkrankung erholt haben, nach einer Dosis des BNT162b2-Impfstoffs von Biontech/Pfizer eine ähnliche Antikörper-Reaktion wie nicht infizierte Personen nach zwei Dosen.

Das Forscherteam untersuchte für die Studie mehr als 1000 Mitarbeiter eines kalifornischen Krankenhauses, die mit dem Biontech/Pfizer-Impfstoff geimpft worden waren. Dabei maßen sie 21 Tage lang den Antikörperspiegel des Klinikpersonals in unterschiedlichen Zeiträumen nach der ersten Impfung.

Das Ergebnis: Die 35 Personen, die eine Covid-19-Erkrankung durchgemacht hatten, wiesen nach einer Dosis eine ähnlich hohe Immunreaktion auf wie 228 Personen, die sich nicht angesteckt hatten und beide Dosen des Impfstoffs erhalten hatten.

Impfstoff für mehr Menschen

"Wir konnten feststellen, dass Personen, die zuvor mit Sars-CoV-2 infiziert waren, nach einer Einzeldosis des BNT162b2 mRNA-Impfstoffs eine impfstoffinduzierte Antikörperreaktion entwickelten, die mit der Antikörperreaktion nach einer Impfung mit zwei Dosen bei infektionsfreien Personen vergleichbar war", schreibt Studienautorin Susan Cheng vom Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles. Die Ergebnisse unterstützen das Argument, dass Menschen, die wissen, dass sie infiziert sind, mit nur einer Dosis des Impfstoffs auskommen können - was möglicherweise den Impfstoffvorrat streckt, sodass mehr Menschen schneller geimpft werden können.

Daher empfehlen die Forschenden, dass nachweislich Infizierte vorerst nur einmal geimpft werden sollten, sodass der knappe Impfstoffvorrat auf mehr Menschen verteilt werden kann. "Dieser Ansatz könnte die Reichweite eines begrenzten Impfstoffvorrats maximieren, sodass allein in den USA potenziell Millionen Menschen geimpft werden könnten", so Cheng. Frühere Studien hätten ebenfalls Hinweise darauf gegeben, dass eine Impfung die Wirkung der Immunantwort auf eine natürliche Infektion verstärkt.

Bislang lehnen die US-Gesundheitsbehörden und anderen Experten diesen Ansatz ab. Sie sind nach wie vor überzeugt, dass zwei Impfstoffdosen für einen optimalen Schutz nötig sind - unabhängig davon, ob die Geimpften zuvor infiziert waren oder nicht.

Quelle: ntv.de, hny

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