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Mehr Untersuchungen nötig Test: Biontech-Vakzin hilft gegen Mutationen

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Ampullen des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer - er soll auch gegen die mutierten Viren helfen.

(Foto: dpa)

Die Sorge ist groß, dass sich mutierte Coronaviren weiter ausbreiten. Helfen die bisher zugelassenen Impfstoffe auch gegen die neuen Varianten? Zumindest im Fall von Biontech und Pfizer liefert eine Studie erste ermutigende Ergebnisse, wenn auch noch keine abschließende Sicherheit.

Der Impfstoff der Partner Biontech und Pfizer scheint laut einer vom US-Arzneimittelhersteller durchgeführten Studie gegen die in Großbritannien und Südafrika entdeckten Virus-Varianten zu wirken. "Wir haben jetzt 16 verschiedene Mutationen getestet, von denen keine wirklich signifikante Auswirkungen hatte. Das sind die guten Nachrichten", sagt einer der führenden Wissenschaftler für virale Impfstoffe bei Pfizer. "Das heißt aber nicht, dass die 17. keine Auswirkungen haben wird." Die noch nicht von Fachleuten begutachtete Studie von Pfizer und Wissenschaftlern der medizinischen Abteilung der Universität Texas zeigt, dass der Impfstoff das Virus auch bei einer Veränderung am sogenannten Spike-Protein wirksam neutralisiere.

Eine mutierte Variante des Corona-Virus grassiert auch in Deutschland. Zuletzt wurde es in Sachsen nachgewiesen. Laut dem Gesundheitsministerium in Dresden trat die Virus-Mutation bei einer Person aus Dresden auf, die aus Großbritannien zurückgekehrt sei. Erstmals war die Corona-Mutation aus England in Deutschland an Heiligabend nachgewiesen worden. Betroffen war eine Frau in Baden-Württemberg, die aus Großbritannien eingereist war. Die Variante ist nach Einschätzung von Wissenschaftlern deutlich ansteckender als die bisher bekannte Version.

Sahin: "Außerordentlich wahrscheinlich"

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Auch Biontech-Chef Ugur Sahin geht davon aus, dass der Impfstoff auch gegen die Mutation hilft. Er halte dies für "außerordentlich wahrscheinlich", hatte er bereits letzten Monat gesagt. Zudem könnte das bestehende Vakzin falls erforderlich binnen sechs Wochen "umgearbeitet" und speziell auf die Mutation zugeschnitten werden, sagte Sahin.

Derweil erwarten die Bundesländer im Laufe des Tages eine neue Impfstoff-Lieferung von Biontech. Sie sollen insgesamt knapp 668.000 Impfdosen bekommen. Die Lieferung soll direkt vom Hersteller an die 27 Anlieferzentren der Länder gehen. Den größten Anteil erhält das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen mit 141.375 Dosen. Den kleinsten Anteil bekommt Bremen mit 4875 Dosen. In dieser Größenordnung war die Lieferung auch angekündigt worden. Seit dem Beginn der Impfkampagne Ende Dezember ist das Mittel in Deutschland mindestens 417.060 Menschen gespritzt worden, wie das Robert-Koch-Institut am Donnerstag mitgeteilt hatte.

Quelle: ntv.de, hul/dpa/AFP