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Untersuchung an Dreijährigen Viel Fernsehen senkt die Schlafqualität

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Fernsehen stört den Schlaf von Dreijährigen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Vor dem Einschlafen etwas erzählt oder vorgelesen zu bekommen, ist für manche Kinder eine große Ausnahme. Stattdessen werden sie mit Unterhaltungstechnik ausgestattet. Doch deren Gebrauch ist schädlich - der von Büchern dagegen empfehlenswert.

Bereits im Alter von drei Jahren steigt die Nutzung elektronischer Medien bei Kleinkindern an. Wie sich das oder das Vorlesen eines Buches auf die Qualität des Schlafes von Dreijährigen auswirkt, haben Forscher der Universitäten Ulm, Bielefeld und Santiago de Chile untersucht. Die Ulmer Epidemiologen griffen dabei auf die Daten der Kinder der Ulmer SPATZ-Gesundheitsstudie zurück, bei der regelmäßig Gesundheit und Lebensumstände von über 1000 Kindern, die 2012 und 2013 in der Ulmer Universitäts-Frauenklinik zur Welt gekommen sind, abgefragt werden.

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Dreijährige wissen schnell, wie Touchscreens zu bedienen sind.

(Foto: picture alliance / dpa)

Für die Untersuchung der Schlafqualität bekamen die Eltern die Aufgabe, Fragebögen zu Medienkonsum und Schlafverhalten ihres Nachwuchses auszufüllen. Es zeigte sich bei den 530 Kindern, deren Daten vollständig vorlagen, insgesamt ein eher moderater Umgang mit elektronischen Medien. Rund 58 Prozent konsumierten täglich eine Stunde Filme oder Videos auf unterschiedlichen Endgeräten. Jedes siebte dreijährige Kind allerdings schaut täglich mehr als eine Stunde auf Bildschirme. Das überschreitet den empfohlenen Grenzwert der Nutzung elektronischer Medien von 30 Minuten in dieser Altersklasse erheblich.   

Die Forscher konnten sehen, dass Dreijährige, die elektronische Medien konsumieren, schlechter schlafen. Je länger Kinder dies tun, umso geringer ist ihre Schlafqualität. "Wir dokumentieren alarmierende Zusammenhänge zwischen der Nutzung elektronischer Medien und der Schlafqualität von Kindern im Alter von drei Jahren. So geht erhöhter Fernsehkonsum mit einer statistisch signifikanten Verschlechterung von beispielsweise schlafbezogenen Ängsten und Tagesschläfrigkeit einher", berichten Jon Genuneit und Dietrich Rothenbacher vom Ulmer Institut für Epidemiologie und Medizinische Biometrie.

Das gute alte Buch

Die Forscher wollten außerdem wissen, ob auch das Anschauen von Bilderbüchern oder das Vorlesen Einfluss auf die Schlafqualität haben. Es zeigte sich, dass die Beschäftigung mit Büchern keine negativen Auswirkungen auf den Schlaf der Kinder hatte. Vielmehr scheint die Buchnutzung die Kinder sogar vor nächtlichem Erwachen zu schützen. Allerdings gaben die befragten Eltern an, dass sich 39 Prozent der Dreijährigen überhaupt nicht mit Büchern beschäftigen.

Ob die schlechte Schlafqualität zumindest teilweise auf die Nutzung dieser Medien als Einschlafhilfe bei bereits schlecht schlafenden Kindern zurückgeführt werden kann, wollen die Forscher im weiteren Verlauf der SPATZ-Studie klären. "Um einer Chronifizierung von Schlafproblemen vorzugreifen, sind präventive Maßnahmen in Bezug auf Mediennutzung offenbar bereits in der frühen Kindheit dringend notwendig", betonen die Ulmer Mediziner.

Ihre Ergebnisse veröffentlichten sie in der Fachzeitschrift "Sleep Medicine".

Quelle: n-tv.de, jaz

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