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EU will über Impfungen aufklären Viele EU-Bürger fürchten Nebenwirkungen

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(Foto: picture alliance/dpa)

Sie sollen Krankheiten vermeiden, nicht verursachen. Einer Umfrage zufolge glaubt jedoch fast die Hälfte der Menschen in der EU, dass Impfungen häufig nicht nur schützen, sondern auch schaden. In Deutschland sorgt vor allem eine bestimmte Krankheit für Diskussionen.

Fast die Hälfte der EU-Bürger glaubt, dass Impfungen in vielen Fällen schädlich seien. Dieses Ergebnis einer europaweiten Umfrage alarmiert die EU-Kommission. "Das bedeutet, dass unsere Arbeit, die Impfabdeckung zu erhöhen und gegen Falschinformationen zu Impfungen vorzugehen, noch lange nicht beendet ist", erklärte Vize-Kommissionspräsident Jyrki Katainen. Die Kommission fordert eine bessere Aufklärung über Impfungen, um das Risiko für Epidemien und Todesfälle zu verkleinern.

Zwar hielten 85 Prozent der EU-Bürger Impfungen für wirksam, um ansteckende Krankheiten zu verhindern. 48 Prozent glaubten aber fälschlicherweise, dass Impfungen häufig schwere Nebenwirkungen haben. Mehr als ein Drittel glaubten, dass Impfstoffe die Krankheiten auslösen können, gegen die sie schützen sollen. In Deutschland gingen davon sogar 46 Prozent der Teilnehmer aus. Insgesamt wurden für die Eurobarometer-Studie europaweit 27.524 Menschen befragt.

Masern lösen Impfdebatte aus

Angesichts des verstärkten Auftretens der Masern kommt in Deutschland immer wieder die Debatte über eine mögliche Impfpflicht auf. Nach Brandenburg bemüht sich derzeit auch Nordrhein-Westfalen um eine Masernimpfpflicht für Kindergartenkinder. Baden-Württemberg kündigte eine Prüfung an. Auch CDU-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn prüft derzeit, wie eine Impfpflicht umgesetzt werden könnte.

Katainen kündigte für den 12. September einen Globalen Impfgipfel in Brüssel an, der von der EU und der Weltgesundheitsorganisation WHO gemeinsam veranstaltet wird. Dem Vize-Kommissionspräsidenten zufolge gab es im vergangenen Jahr 35 Tote durch Masern in der EU. Zwischen 2016 und 2017 hat sich demnach die Zahl der Todesfälle verdreifacht. In der Eurobarometer-Erhebung gaben in Deutschland 52 Prozent der Befragten an, dass Masern heute weiter Todesfälle in der EU verursachen. Das ist deutlich mehr als der EU-Durchschnitt von 37 Prozent. Am wenigsten Menschen glaubten dies mit neun Prozent in Spanien.

Quelle: n-tv.de, ibu/AFP

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