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Problem für Reise zum Mars? Weltraumflüge scheinen Gehirn zu schaden

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Auch Monate nach dem Aufenthalt im All zeigten sich noch immer Veränderung im Gehirn von Astronauten.

(Foto: imago/StockTrek Images)

Bei Reisen ins All verlässt der Mensch das gewohnte Umfeld der Erde - Phänomene wie Strahlung und Schwerelosigkeit können für den Körper zur Gefahr werden. Wie Forscher herausfinden, beeinflusst Letzteres das Gehirn von Raumfahrern - mit unangenehmen Folgen.

Bei längeren Aufenthalten auf der Raumstation ISS vergrößern sich bestimmte Hohlräume im Gehirn. Zu vermuten sei ein Zusammenhang mit dem häufig beobachteten Verlust von Sehschärfe bei Raumfahrern, berichten Wissenschaftler im Fachjournal "Proceedings" der US-amerikanischen Akademie der Wissenschaften (PNAS). Die Ermittlung der Ursachen und möglicher Gegenmaßnahmen sei "für die Gesundheit der Weltraumbesatzung und für den Erfolg künftiger interplanetarer Missionen von zentraler Bedeutung".

Im All sind Menschen unter anderem der Schwerelosigkeit und Strahlung ausgesetzt. Wie sich das genau auf den Körper auswirkt und wie lange Veränderungen bestehen bleiben, ist bislang weitgehend unklar. Bekannt ist, dass ein Aufenthalt in der Schwerelosigkeit dazu führt, dass sich die Flüssigkeiten im Körper anders verteilen als auf der Erde. Wegen der minimalen Schwerkraft verringert sich die Flüssigkeitsmenge in den unteren Körperregionen. Die in den oberen Teilen - auch dem Kopf - nimmt zu.

Die belgisch-russische Forschergruppe um Angelique van Ombergen von der Universität Antwerpen untersuchte nun elf Raumfahrer, die sich zwischen 2014 und 2018 auf der ISS aufhielten. Ausgewertet wurden Hirnscans kurz vor dem Flug zur Raumstation und durchschnittlich zehn Tage nach der Heimkehr. Von sieben der Raumfahrer konnte zudem rund sieben Monate nach dem Rückflug ein weiterer Hirnscan gemacht werden. Zum Vergleich wurden in ähnlichen zeitlichen Abständen Hirnscans von Menschen gemacht, die sich die ganze Zeit über auf der Erde aufhielten.

Die Hirnventrikel - mit Hirnwasser gefüllte Hohlräume im Gehirn - vergrößerten sich demnach bei den Raumfahrern während des Einsatzes um durchschnittlich fast zwölf Prozent. Bei den beiden Seitenventrikeln waren es im Mittel gut 13 Prozent, beim dritten Ventrikel im Zwischenhirn gut zehn Prozent. Die Veränderung beim vierten Ventrikel war statistisch nicht relevant.

Verringerung der Sehschärfe

Nach sieben Monaten waren die Hohlräume zwar wieder etwas geschrumpft, aber immer noch gut sechs Prozent größer als vor dem Raumflug. Zudem fanden die Forscher einen Zusammenhang zwischen der Volumenzunahme der Seitenventrikel und der Verringerung der Sehschärfe im linken Auge. Auch aufgrund früherer Studienergebnisse sei zu vermuten, dass die Veränderung der Hirnventrikel allgemein das sogenannte Weltraumflug-assoziierte neurookulare Syndrom (SANS) beeinflusse, das unter anderem einen Verlust der Sehschärfe nach Weltraumaufenthalten beschreibt.

Die ISS rast mit einer Geschwindigkeit von 28.000 Kilometern pro Stunde in etwa 90 Minuten um die Erde. Schwerelos sind die Raumfahrer in der Station nicht wegen der Flughöhe von knapp 400 Kilometern: In dieser Entfernung sind noch 89 Prozent der Erdanziehungskraft vorhanden. Die Schwerelosigkeit entsteht, weil sich die ISS in ständigem freien Fall in einem großen Kreis um die Erde befindet. Hätte sie nicht ihre hohe Geschwindigkeit, würde sie direkt nach unten fallen.

Quelle: n-tv.de, Stefan Parsch, dpa

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