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Party wurde Superspreading-EventWie auf einen Hantavirus-Ausbruch 2018 in Argentinien reagiert wurde

08.05.2026, 17:36 Uhr
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Die Illustration zeigt modellhaft, wie ein Hantavirus aussieht. (Foto: picture alliance / Zoonar / Stocktrek Images)

Es ist das Jahr 2018: Ein Mann ist in der argentinischen Provinz Chubut zu einer Geburtstagsparty eingeladen. Trotz Fieber geht er hin - und steckt dort mehrere Menschen mit dem Hantavirus an. Einige von ihnen sterben. Doch der Erreger kann anschließend in Schach gehalten werden.

Der Hantavirus-Ausbruch auf dem niederländischen Kreuzfahrtschiff "Hondius" geht auf das Andesvirus zurück, ein in Südamerika verbreiteter Virusstamm, bei dem Übertragungen von Mensch zu Mensch möglich sind. 2018 zeigte ein Ausbruch in Argentinien, dass es während eines kurzen Zeitfensters zu den meisten Ansteckungen kommt und sich eine Ausbreitung mit Schutz- und Quarantänemaßnahmen gut eindämmen lässt.

2018 hatte ein Mann auf einer Geburtstagsfeier im Dorf Epuyén in der argentinischen Provinz Chubut mehrere Menschen angesteckt: Die Party gilt als das letzte "Superspreading-Event" im Zusammenhang mit dem Andesvirus bis zu dem Ausbruch auf der "Hondius". Wissenschaftler analysierten damals Proben von fast allen der 33 Infizierten, von denen elf starben. So ließ sich der Übertragungsweg rekonstruieren.

Der 68-jährige Mann aus Epuyén war den Erkenntnissen zufolge vermutlich in der Nähe seines Wohnhauses mit Urin, Kot oder Speichel von Nagetieren in Kontakt gekommen - Hantaviren übertragen sich in erster Linie über Ausscheidungen infizierter Nagetiere. Obwohl der Mann Fieber bekam, nahm er am 3. November 2018 etwa 90 Minuten lang an einer Geburtstagsparty in Epuyén mit etwa 100 anderen Gästen teil.

Rekonstruktion der Ansteckung bei Party

Auf der Party kam es dann zu der nur beim Andesvirus beobachteten Mensch-zu-Mensch-Übertragung: Wie aus einer 2020 im "New England Journal of Medicine" veröffentlichten Studie hervorgeht, entwickelten fünf Menschen, die Kontakt mit dem infizierten Partygast hatten, innerhalb der nächsten Wochen Symptome. Eine Rekonstruktion der Party ergab, dass mehrere von ihnen mit dem 68-Jährigen an einem Tisch gesessen hatten - weniger als einen Meter entfernt. Eine andere Person war dem Mann allerdings nur auf dem Weg zur Toilette begegnet und hatte ihn gegrüßt.

Bei dem Ausbruch in Epuyén identifizierten die Wissenschaftler insgesamt drei sogenannte Superspreader, die insgesamt zwei Drittel der Infektionen verursachten. Ein Mann mit einem "aktiven Sozialleben" infizierte der Studie zufolge sechs weitere Menschen. Er starb 16 Tage nach Symptombeginn. Seine Frau, die dritte Superspreaderin, nahm schon erkrankt an seiner Totenwache teil, bei der sich weitere zehn Menschen infizierten.

Infektionen hauptsächlich durch Tröpfchen

Bei dem Ausbruch in Epuyén erfolgten der Studie zufolge die meisten Ansteckungen durch Tröpfchen, die in die Atemwege der Betroffenen gelangten. Ansteckend waren die Infizierten dann vor allem an dem Tag, an dem sie Fieber bekamen: Mehr als die Hälfte aller Ansteckungen erfolgte an diesem Tag. In Krankenhäusern, in denen mehr als 80 Beschäftigte engen Kontakt zu symptomatischen Patienten hatten, infizierte sich niemand mehr.

Durch Schutzmaßnahmen wurde die Ausbreitung dann eingedämmt: Erkrankte wurden unter Quarantäne gestellt und Kontaktpersonen mussten sich isolieren. Der Experte Olivier Blond, Biologe beim argentinischen Forschungsinstitut Conicet, geht davon aus, dass dies die "Ausbreitung des Virus verhinderte". Auch auf der "Hondius" wurden die Passagiere inzwischen in ihren Kabinen unter Quarantäne gestellt.

Wie bereits die Weltgesundheitsorganisation weist auch der argentinische Experte Raúl González Ittig darauf hin, dass sich das Hantavirus nicht so schnell verbreitet wie etwa das Coronaviurs - auch wegen der höheren Sterblichkeit. Da beim Hantavirus "schnell Todesfälle auftreten", könnten dann auch rasch Schutzmaßnahmen ergriffen werden, sagte der Professor von der Universität Córdoba in Argentinien der Nachrichtenagentur AFP. So werde "die Übertragungskette zügig unterbrochen". Die Wahrscheinlichkeit einer Hantavirus-Pandemie sei daher gering.

Quelle: ntv.de, Daniel Lawler, AFP

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