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Super-Recognizer schauen andersWie man KI-generierte Gesichter besser erkennen kann

10.01.2026, 11:23 Uhr
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Echt oder KI? Die synthetisch erzeugten Bilder, wie dieses, sind immer schwerer zu erkennen. (Foto: jaz / imagen 4 ultra)

Unaufhaltsam entwickeln sich KI-Systeme weiter. Bilder, die damit erstellt werden, können täuschend echt erscheinen. Das verunsichert einige Menschen. Doch eine Untersuchung zeigt, dass man seinen Blick für Fake-Bilder schulen kann.

Bereits ein fünfminütiges Training reicht aus, um Gesichter auf von einer Künstlichen Intelligenz erstellten Bildern besser zu erkennen. Das hat ein Forschungsteam der Universitäten Leeds, Reading, Greenwich und Lincoln herausgefunden. "KI-Bilder lassen sich immer einfacher erstellen und immer schwieriger erkennen. Sie können für böswillige Zwecke missbraucht werden, daher ist es aus Sicherheitsgründen unerlässlich, dass wir Methoden zur Erkennung künstlicher Bilder testen", erklärt die Psychologin Eilidh Noyes laut Mitteilung der Uni Leeds.

Für die Untersuchung generierten die Forschenden KI-Gesichter mit der Computersoftware StyleGAN3, dem zum Zeitpunkt der Studie fortschrittlichsten verfügbaren System. Zudem waren unter den insgesamt 664 Teilnehmern und Teilnehmerinnen der Studie 283 sogenannte Super-Recognizer, also Personen, die besonders gut Gesichter erkennen können. Es wurden mehrere Gruppen gebildet.

Wenige KI-Gesichter auf Anhieb identifiziert

In einem ersten Schritt hatten zwei Gruppen der Studienteilnehmenden die Aufgabe, zu erkennen, welche der gezeigten Bilder von Gesichtern echte Menschen zeigen und welche von der Künstlichen Intelligenz erzeugt wurden. Die Super-Recognizer erkannten 41 Prozent der KI-Gesichter korrekt, die Personen in der anderen Gruppe lagen bei 31 Prozent - und damit sogar unterhalb des Zufallsniveaus.

Die zwei Gruppen absolvierten kurze Trainings für das bessere Erkennen von KI-Gesichtern. Es zeigte sich: Die Studienteilnehmer mit besonderen Fähigkeiten bei der Gesichtserkennung konnten danach 64 Prozent der KI-Gesichter identifizieren, während es in der anderen Gruppe 51 Prozent waren.

Das Training wirkte sich also auf beide Gruppen aus. Dies deutet darauf hin, dass sogenannte Super-Recognizer bei der Identifizierung der KI-Gesichter möglicherweise andere visuelle Merkmale nutzen als durchschnittliche Betrachter, die nach dem Training hauptsächlich die Darstellungsfehler, über die sie bei dem Training aufgeklärt worden waren, besser erkannten.

Fokus auf Fehler richten

Aber wie erkennt man die Fakes? KI-generierte Gesichter weisen oftmals Fehler auf. Dazu gehören beispielsweise schiefe Zähne, ungewöhnliche Haaransätze oder unförmige oder nicht zusammenpassende Ohren sowie verschiedene Ohrringe. Während des Trainings wurden den Studienteilnehmern KI-generierte Bilder mit solchen Fehlern gezeigt.

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Mit dem Fokus auf die Ohrringe kommt man bei diesem KI-Gesicht nicht weiter. (Foto: jaz / imagen 4 ultra)

Erst zukünftige Untersuchungen könnten zeigen, ob die Trainingseffekte langfristig anhalten. Zudem müsse untersucht werden, ob und wie die Fähigkeiten von Super-Recognizern KI-gestützte Erkennungswerkzeuge ergänzen könnten, resümieren die Forschenden. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden in "Royal Society Open Science" veröffentlicht.

Quelle: ntv.de, jaz

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