Wissen

Tausende Kilometer lange Reise Wie orientieren sich Baby-Aale?

ACHTUNG_Nur zur redaktionellen Verwendung im Zusammenhang mit der aktuellen Berichterstattung.jpg

Forscher haben herausgefunden: Junge Aale schwimmen nach innerem Kompass und Gezeitenrhythmus.

(Foto: Alessandro Cresci/dpa)

Aale gehören zu den Top-Weltreisenden in der Tierwelt: Die Babyaale sind Tausende Kilometer im Atlantik unterwegs. Aber wie finden sie eigentlich ihren Weg? Ein Geheimnis ihrer langen Wanderschaften scheint nun gelüftet.

Aale zählen zu den Top-Weltreisenden unter den Tieren. Sie sind Wanderfische, die ihr Erwachsenenleben in Süßgewässern verbringen und flussabwärts zum Laichen ins Meer wandern. Die Reise in die Sargassosee  - der Ort, wo sich die Amerikanischen und die Europäischen Aale treffen und laichen - dauert ein bis anderthalb Jahre, sie beginnt in den Gewässern, in denen die Aale "wohnen", also jeweils heimisch sind. Von dort aus starten die Jungtiere - zuerst Larven, dann werden daraus Glasaale - zu ihrer Reise. Ein Geheimnis ihrer langen Wanderschaften durch den Atlantik scheint nun gelüftet.

Auf ihrer Tausende Kilometer langen Reise durch den Atlantik orientieren sich Babyaale in Küstennähe am Erdmagnetfeld und am Rhythmus der Gezeiten. Diesem raffinierten inneren Kompass kamen jetzt erstmals Forscher aus den USA, Norwegen und Island auf die Spur. Sie filmten die Ausrichtung der sogenannten Glasaale in einer Beobachtungskapsel sowohl im Meer vor der Küste Norwegens als auch im Labor in einem künstlich erzeugen Magnetfeld: Im Meer orientierten sich die allermeisten Aale bei Ebbe gen Süden. Viele Tiere (71 Prozent) behielten diesen Gezeitenrhythmus auch im Labor, ganz ohne äußere Strömungseinwirkung, bei.

Die Forscher glauben, dass die ungewöhnliche Ausrichtung nach Süden bei diesen Tieren daher rührt, dass der Fluss, in dem die kleinen Aale auf ihrem Weg flussaufwärts gefangen wurden, im Mündungsbereich eine Ausrichtung nach Norden hat.

Das Team um den Meeresforscher Alessandro Cresci (Miami) folgert im Fachjournal "Science Advances" zudem, dass eine Orientierung nach dem Magnetfeld für die Tiere nur bei Ebbe sinnvoll ist. Dann schwimmen die Aale knapp über dem Boden, um vom landab strömenden Wasser nicht wieder ins Meer hinausgetragen zu werden. Bei Flut hingegen steigen die Tiere wieder höher an die Oberfläche und lassen sich ohne bevorzugte Ausrichtung vom steigenden Wasser gen Küste tragen.

Quelle: n-tv.de, abe/dpa

Mehr zum Thema