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Ein Joint gegen Corona-Frust Wird in der Pandemie mehr gekifft?

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Gekifft wird aus Neugier, aber auch, um den Alltag zu vergessen.

(Foto: picture alliance / abaca)

Die Annahme, dass Lockdown und allgemeiner Corona-Frust den Konsum von Rauschmitteln erhöhen, ist nicht neu. Gilt das auch für Cannabis? Die Antwort lautet: "Ja, aber …" Denn grundsätzlich ist der Trend zum Kiffen rückläufig.

Die Corona-Pandemie könnte den Rückgang beim Cannabis-Konsum zunichte machen. Wissenschaftler und Sozialarbeiter gehen davon aus, dass es in der Pandemie zwar nicht mehr, aber intensiveren Konsum gibt, wie das Frankfurter Drogenreferat und das Centre for Drug Research an der Frankfurter Goethe-Universität berichteten.

2019 war Kiffen bei Jugendlichen deutlich weniger verbreitet als in den Vorjahren. "Nur noch jede und jeder dritte Jugendliche gab an, mindestens einmal im Leben Cannabis konsumiert zu haben", heißt es im jüngsten "Monitoring System Drogentrends" (MoSyD). Die Bereitschaft, Cannabis auszuprobieren, erreichte den Wissenschaftlern zufolge sogar "ihren Tiefstwert seit Beginn der Befragung im Jahr 2002".

Für die jährliche MoSyD-Studie werden einmal jährlich über 1500 Schülerinnen und Schüler aller Schulformen befragt. Es ist die einzige Erhebung dieser Art in Deutschland.

Nicht mehr, aber intensiver?

Nach einem Jahr Corona werden die Zahlen für 2020 mit Spannung erwartet. "Was uns umtreibt, ist die Frage, wie sich die Pandemie vor allem auf den Konsum von Jugendlichen aus sozial schwachen Familien auswirkt", sagt Oliver Krause vom Drogenreferat Frankfurt. "Unsere Sorge ist, dass die Gruppe der Intensivkonsumenten wächst."

Anlass zu dieser Annahme geben die Gründe, die Jugendliche bei MoSyD für ihren Drogenkonsum nennen. Auf Platz eins liegt stets Neugier, gefolgt von "den Alltag vergessen" und "etwas Neues und Aufregendes erleben". Wenn es wegen der Kontaktbeschränkungen wenig Aufregendes zu erleben gibt, aber viel Grund, den langweiligen Alltag zu vergessen, könnte das den Griff zum Joint attraktiver machen, schätzt das Drogenreferat.

Polizei registriert keine Zunahme

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Allerdings gibt es auch Faktoren, die den Konsum eindämmen, wie Drogenforscher Bernd Werse erklärt. Wer weniger Kontakte hat, hat auch weniger Kontakt zu Drogen. "Wir wissen, dass es hauptsächlich von der Art und der Intensität der Kontakte abhängt, wie viel und was Jugendliche konsumieren", sagt der Sozialpädagoge. Im Lockdown habe es nicht nur weniger Treffen und damit weniger Anlässe gegeben, Werse hält es daher "für nicht besonders plausibel", dass während der Pandemie mehr Jugendliche aus Langeweile angefangen haben zu kiffen. Allerdings deute vieles auf eine Intensivierung hin: "Die Tendenz geht in diese Richtung", sagt Werse: "Wer schon vorher Cannabis konsumiert hat, hat seinen Konsum gesteigert."

Die Polizei hat bisher keine Zunahme des Konsums von Cannabis registriert. In Frankfurt zum Beispiel wurden 2019 nach Angaben des Polizeipräsidiums 4093 Cannabis-Verstöße festgestellt, 2020 waren es nur 3736. "Mit Blick auf die Corona-Pandemie dürfte dies unter anderem mit dem geringeren Personenaufkommen in der Öffentlichkeit zusammenhängen, da es sich bei den Delikten rund um den Besitz von Betäubungsmitteln um Kontrolldelikte handelt", erklärt ein Sprecher. Strafbar sind nur der Handel und der Besitz, nicht aber der Konsum.

Quelle: ntv.de, vpr/dpa

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