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Interaktive Karte Wo die Erde bebt, spuckt und brennt

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Die Smithsonian Institution und das National Museum of History haben Daten aus mehr als 50 Jahren in einer interaktiven Karte zusammengetragen.

(Foto: Smithsonian National Museum of Natural History)

Tief im Innern unseres Planeten blubbert, zischt und brodelt es. Wie oft die Erde seit 1960 bebte und wie viele Vulkane Feuer und Asche spuckten, zeigt eine interaktive Karte.

Die Erde ist ein einzigartiger Ort voller faszinierender Naturschönheiten, doch tief im Innern unseres Planeten wirken gewaltige Kräfte - dort blubbert, zischt und brodelt es. Manchmal bahnen sich diese Kräfte einen Weg nach außen, dann bebt die Erde oder Vulkane spucken heiße Lava in die Luft.

Erdbeben von Valdivia

Das schwerste Erdbeben aller Zeiten ereignete sich am 22. Mai 1960 in Valdivia, einer Stadt im Süden Chiles. Die über 150.000 Einwohner wurden um 15:11 Uhr Ortszeit von einem Erdbeben der Stärke 9,5 auf der Momenten-Magnituden-Skala überrascht. Das Erdbeben löste einen Tsunami aus, der im gesamten Pazifik-Raum schwere Zerstörungen anrichtete. Die Bilanz: 1655 Tote, 3000 Verletzte und etwa zwei Millionen Obdachlose.

Manchmal haben diese Naturgewalten dramatische Folgen, so wie im August dieses Jahres, als in Italien die Erde bebte und 300 Menschen starben. Oder wie im Frühling 2010, als der isländische Eyjafjallajökull Europa in eine Aschewolke hüllte und den Flugverkehr lahmlegte.

Dem amerikanischen Erdbebendienst US Geological Survey (USGS) zufolge bebt die Erde jährlich mehreren Millionen Mal. Am stärksten dort, wo Kontinentalplatten zusammenstoßen, auseinanderdriften oder aneinander vorbeigleiten. Die meisten dieser Erdbeben sind jedoch harmlos und für Menschen nicht zu bemerken, da sie extrem leicht sind.

Ein Forschungsinstitut hat sich die Mühe gemacht und selbst die kleinsten Erschütterungen der vergangenen 50 Jahre in einer interaktiven Karte zusammengefasst. Die Grafik, die man sich auch als Globus ansehen kann, dokumentiert alle Ereignisse von 1960 bis heute. Sie zeigt, wo die Erde gebebt hat, welche Vulkane noch aktiv sind und wie viele Tonnen Schwefeldioxid sie in die Luft pusten.

Damals und heute

Erdbeben werden auf der Smithsonian-Weltkarte mit hellblauen Kreisen, Vulkanausbrüche mit orangefarbenen Dreiecken sichtbar gemacht. Je größer die Dreiecke und Kreise sind, desto stärker waren die Vulkanausbrüche und Erdbeben. Als gelbe Kreise sind die Schwefeldioxidwolken dargestellt, die von Vulkanen ausgestoßen wurden. Angegeben sind zudem etwa der genaue Ort, die Stärke und die Dauer des Naturereignisses.

Unverkennbar ist, wie sich Beben und Vulkane vornehmlich auf die Plattengrenzen beschränken. Wo die tektonischen Platten aneinanderstoßen, gerät die Erde in Bewegung, dort kommt es auch zum Aufstieg des Magmas aus der Tiefe.

Spannend ist der historische Vergleich: Während man 1960 nur vereinzelte Vulkanausbrüche in Südamerika, Italien und Südostasien erkennen kann, sieht das 55 Jahre später ganz anders aus.

Quelle: n-tv.de, dsi

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