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Mar-a-Lago - Trumps Lieblingsresidenz.
Mar-a-Lago - Trumps Lieblingsresidenz.(Foto: AP)
Freitag, 08. September 2017

"Jetzt macht alles Sinn!": "Irma" nimmt Kurs auf Trumps Besitztümer

Von Roland Peters

Laut Vorhersage wird sich "Irma" über Florida nach Norden bewegen. Auf dem Pfad des zerstörerischen Sturms liegen Golfanlagen sowie Hochhäuser des US-Präsidenten - und Mar-a-Lago. Schon einmal hat Donald Trump so Millionen gescheffelt.

Sommer, Sonne, Strand – das ist Florida. Das beliebte Urlaubsziel in den Vereinigten Staaten liegt auf der Route des Hurrikans "Irma", der sich derzeit noch in der Karibik befindet. Die US-Wetterbehörde NOAA sieht den Sturm auf einem Kurs, der auch US-Präsident Donald Trump beunruhigen könnte: einmal komplett durch den Bundesstaat hindurch, von Süden nach Norden. Trump, der Immobilienunternehmer, besitzt auf dieser Route mehrere Objekte. Darunter ist auch Mar-a-Lago. Dort empfängt der Präsident mitunter Staatsgäste.

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Eines von Trumps Golf Resorts in "Irmas" möglicher Schneise ist "National Doral Miami", das mit 92 Millionen US-Dollar bewertet wird. Drei Trump Tower stehen in Miami Beach direkt am Wasser. Mar-a-Lago liegt rund 100 Kilometer nördlich die Küste hinauf in Palm Beach. Es wird auf einen Wert von 200 Millionen Dollar geschätzt. Wenige Kilometer westlich davon befindet sich einer seiner Golfkurse, ein weiterer 30 Kilometer weiter im Norden.

Bereits getroffen wurde Trumps "Le Chateau de Palmiers" auf der Karibikinsel St. Martin, östlich von Puerto Rico. Trump hatte das Haus mit fünf Schlafzimmern samt Anwesen im Jahr 2013 für rund 20 Millionen Dollar erworben und an Luxusreisende vermietet. Nun steht es für 17 Millionen Dollar zum Verkauf. Anfang des Sommers wollte Sotheby's noch 28 Millionen für die Anlage. Seit "Irma" die französische Insel traf und größtenteils zerstörte, hat es zwar keinen direkten Bericht über das "Palmenschloss" gegeben, wohl aber eine Einschätzung über die allgemeinen Folgen. Der französische Innenminister sagte: "Die vier stabilsten Gebäude auf der Insel wurden zerstört, also wurden weniger solide wahrscheinlich ebenfalls komplett oder teilweise zerstört."

Rekordsturm auf Kurs Mar-a-Lago

"Irma" ist bereits jetzt ein Rekordsturm. Noch nie dauerte ein Hurrikan länger an und die Windgeschwindigkeiten von bis zu 300 km/h sind die schnellsten eines atlantischen Hurrikans seit 2005. Solche konstanten Geschwindigkeiten erreichte zuletzt "Wilma" vor zwölf Jahren. Davor gab es nur zwei ähnlich starke Hurrikane: "Gilbert" (1988) und Allen (1980), der zugleich mit seinen 305 km/h auch der schnellste war. Hurrikane nehmen an Stärke ab, sobald sie auf Land treffen, weil sie dann nicht mehr vom warmen Wasser genährt werden.

Im Netz gibt es bereits Karten, die Trumps Besitztümer in Florida mit der Vorhersage über "Irmas" Kurs kombinieren - und mit Zynismus. Eine Karte zeigt etwa den "bestmöglichen Fall", bei dem der Hurrikan sich vom Meer direkt nach Mar-a-Lago bewegt und sofort wieder aufs offene Wasser hinaus. "Eine Nachricht der Götter", kommentierte eine Nutzerin. "Eine weitere Frau, mit der Trump nicht mithalten kann", spottete ein anderer. Auf die Vermutung, "Irmas" Kurs sei "Gottes Strafe" für Trump, kommt die Antwort, "Jetzt macht alles Sinn!"

Womöglich freuen sich die Spötter aber zu früh: Als "Wilma" über Florida fegte, räumte Trump 17 Millionen Dollar von seiner Versicherung ab. Allerdings waren die Sturmschäden minimal. Trumps ehemaliger Butler sagte dazu: "Das Haus wurde nie ernsthaft beschädigt." Statt große Arbeiten auf dem Anwesen durchzuführen, schob der Unternehmer einen Teil des Geldes auf sein Privatkonto. Zwei Wochen nach dem Hurrikan heiratete sein Sohn Donald Junior in Mar-a-Lago und feierte dort ein rauschendes Fest mit 370 Gästen.

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Quelle: n-tv.de

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