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Überwachungsbilder aus Berlin-Moabit: Bericht: Amri ging nach Anschlag in Moschee

Von Anis Amri fehlt nach wie vor jede Spur. Doch nun wird bekannt, wo er sich nach dem Anschlag aufgehalten hat. Laut einem Bericht wird er vor einer Moschee in Berlin gefilmt, die als Treffpunkt für IS-Anhänger gilt.

Der mutmaßliche Attentäter von Berlin ist einem Medienbericht zufolge nach der Tat gefilmt worden. Der RBB berichtet, Anis Amri sei in der Nacht zum Dienstag - und damit nur Stunden nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt - in einer Moschee in Berlin-Moabit gewesen. Das zeigten Observationsbilder von Sicherheitskräften. Unter Beobachtung stand der Moschee-Verein "Fussilet 33" in der Perleberger Straße im Stadtteil Moabit. Dem Verein werden Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nachgesagt. Moschee-Vorstände sollen die Einrichtung dem Sender zufolge "Moschee der ISIS-Leute in Berlin" genannt haben.

Laut dem Bericht suchte Amri die Moschee auch wenige Tage vor dem Anschlag auf. Demnach wurde er am vergangenen Mittwoch und Donnerstag dort gefilmt – jeweils gegen halb vier am Morgen. In der Nacht nach dem Anschlag sei Amri um 03.49 Uhr auf den Observationsbildern. Die Berliner Polizei wollte den Bericht nicht kommentieren und verwies auf die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe.

Der Verein "Fussilet 33" wird im jüngsten Bericht des Berliner Verfassungsschutzes als Treffpunkt von Islamisten geführt. Beim Islamunterricht sollen dort Muslime - meist Türken und Kaukasier - für den bewaffneten Kampf der IS-Miliz in Syrien radikalisiert worden sein.

Bei der Moschee handelt es sich um dieselbe Moschee in der Perleberger Straße, die an diesem Donnerstagmorgen von der Polizei durchsucht worden sein soll. Die Polizei hatte an verschiedenen Orten in Berlin und Nordrhein-Westfalen Durchsuchungen durchgeführt. Es seien Orte gewesen, an denen Amri zuletzt gewesen sei, erklärte die Bundesanwaltschaft.

Amri erst am Dienstag unter Verdacht

Der Verdacht war erst am Tag nach dem Anschlag auf Amri gefallen. Seine Papiere wurden laut Polizei am Dienstagnachmittag im Führerhaus des Lkw gefunden, der in den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz gerast war. Das war Stunden nachdem Amri die Moschee besucht haben soll.

Deutsche Sicherheitsbehörden hatten den 24-jährigen Tunesier zuvor monatelang im Visier. Er wurde als islamistischer Gefährder eingestuft, gegen ihn wurde sogar wegen Terrorverdachts ermittelt. Laut der Berliner Generalstaatsanwaltschaft war Amri ebenfalls monatelang observiert worden. Die Überwachung brachte demnach jedoch keine Hinweise, so dass sie im September schließlich eingestellt wurde.

Quelle: n-tv.de

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