Wirtschaft
An der Börse in Kuwait-Stadt
An der Börse in Kuwait-Stadt(Foto: picture alliance / dpa)

Wegen fallender Ölpreise: Kuwait erwartet Rekorddefizit

Das Golfemirat Kuwait muss sich wegen fallender Ölpreise Sorgen machen. "2016 wird kein leichtes Jahr, was die Preise angeht", sagt Opec-Gouverneur Al Fusaia, der erst wieder ab 2017 mit einem Preisanstieg rechnet. Allerdings ist die Staatskasse noch prall gefüllt.

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Das Golfemirat Kuwait erwartet wegen der fallenden Ölpreise ein Rekorddefizit für das kommende Haushaltsjahr. Der kleine Staat am Persischen Golf, der vor dem Ölpreisverfall 94 Prozent seiner Einnahmen aus dem Ölexport zog, rechnet mit einer Finanzlücke von 11,5 Milliarden Dinar (34,9 Milliarden Euro) in dem am 1. April beginnenden Haushaltsjahr 2016/2017, wie das Finanzministerium mitteilte.

Kuwaits Opec-Gouverneur Nawal al Fusaia rechnet erst ab 2017 wieder mit einem Preisanstieg. "2016 wird kein leichtes Jahr, was die Preise angeht", sagte er. Bis 2020 sei zudem allenfalls mit einem Ölpreis zwischen 40 und 60 Dollar je Barrel (159 Liter) zu rechnen. Produktionskürzungen seitens der Opec lehnte er ab, solange sich Produzenten außerhalb des Kartells nicht daran beteiligten.

Im laufenden Haushaltsjahr wird bereits ein Defizit von 21 Milliarden Euro erwartet - das erste Defizit seit 16 Jahren. Der Golfstaat mit einer einheimischen Bevölkerung von nur 1,3 Millionen hat in dieser Zeit Reserven von umgerechnet 550 Milliarden Euro aufgebaut. Die Ausgaben für das kommende Jahr werden auf 18,9 Milliarden Dinar (57 Milliarden Euro) beziffert, nur 1,6 Prozent weniger als im laufenden Jahr. Zugleich erwartet die Regierung Einnahmen von 7,4 Milliarden Dinar (22,4 Milliarden Euro).

Aktuell kostet Rohöl rund 30 Dollar pro Barrel. Vor eineinhalb Jahren mussten für die führende Sorte Brent noch 115 Dollar gezahlt worden. Gründe für den Preisverfall sind unter anderem ein Überangebot auf dem Weltmarkt und eine eher maue Konjunktur, unter anderem in China.

Quelle: n-tv.de

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