Tschechischer Golf im XL-FormatSkoda Octavia - vom Anti-Koreaner zur Kombi-Ikone

Kein SUV und trotzdem Liebling von Familien und Flottenkunden: Der Skoda Octavia kümmerte sich nie um Konventionen und schoss die tschechische Mauerblümchen-Marke mit VW-Technik in die Spitzengruppe europäischer Volumenhersteller. Jetzt wird der erste Octavia 30 Jahre alt, ein Kompakter, der als "Anti-Koreaner" startete.
Porsche ohne 911 oder Volkswagen ohne Golf? Undenkbar. Genauso ist es beim Octavia, dieses Erfolgsmodell ist seit 30 Jahren das Herz der Marke Skoda. Damals, im Frühjahr 1996, durften die ersten Journalisten den tschechischen Golf im XL-Format kennenlernen, und wenige Monate später avancierte der "Anti-Koreaner", wie ihn VW-Konzernchef Ferdinand Piëch nannte, zum Star des Pariser Autosalons.
Das Messepublikum konnte es kaum glauben: Dieser fein verarbeitete Beau im eleganten Blechkleid, das Designkritiker damals an noble Lancia-Modelle erinnerte, sollte das neue Volumenmodell der ehemaligen Ostblock-Billigmarke Skoda sein? Tatsächlich überraschte auch der schicke, mit neuster VW-Konzerntechnik aufwartende Octavia anfangs mit Discount-Preisen - aber er brach konstruktiv komplett mit früheren Skoda-Fahrzeugen der 1960er bis 1980er Jahre. Waren diese doch altertümliche Heckmotor-Modelle.
Zuvor allerdings hatte Skoda schon einmal mit schicken Designs und moderner Technik in der kompakten Mittelklasse gepunktet: Octavia hieß auch dieser 1959 lancierte Markenbotschafter. Ein Traditionsname, den der VW-Konzern - seit 1991 zählt Skoda zum VW-Markenportfolio - mit neuem Leben erfüllte und den Octavia nun als preiswerten tschechischen Golf im XL-Format positionierte.
In Deutschland Platz vier im Zulassungsranking
Wenn Skoda heute in Deutschland Platz vier im Zulassungsranking belegt - als erster Importeur überhaupt - dann vor allem dank des Octavia. Nicht einmal der Trend zum SUV konnte die Karriere dieses Favoriten von Familien und Flottenkunden stoppen. Trotzdem: Keine Erfolgsstory ohne Drama, wie der Blick in den Rückspiegel dieses Skoda zeigt.
Jetzt wird der Octavia aus dem Jahr 1996 Oldtimer, ein Kandidat fürs amtliche H-Kennzeichen, dem das Alter erst auf den zweiten Blick anzusehen ist. Kein Wunder: Das Designteam unter der Leitung von Dirk van Braeckel hatte die Linien des Octavia mit damals neuartiger digitaler CAD-Technologie gezeichnet und dabei unaufgeregte, über Jahrzehnte elegant wirkende Konturen kreiert. Erst im Dezember 2010 endete die Fertigung des Octavia I, weil die Motoren nicht die Abgasnorm Euro-5 erfüllten. Besonders bemerkenswert: Van Braeckels stilistischer Geniestreich wurde sechs Jahre lang parallel zum 2004 präsentierten Octavia II produziert.
Fast zeitlose Eleganz ohne italienische Züge
Allerdings zeigte die fast zeitlose Eleganz des ersten Octavia laut Skoda keine italienischen Züge - im Gegensatz zur Meinung vieler Fachleute. Tatsächlich hatte Stardesigner Giorgetto Giugiaro - der Schöpfer des VW Golf I - Anfang der 1990er einen Octavia für Skoda gezeichnet. Aber der tschechische Premierminister Václav Klaus (Skoda gehörte zunächst noch mehrheitlich dem tschechischen Staat), legte sein Veto gegen den Italo-Look ein. Ferdinand Piëch, seit Januar 1993 als Nachfolger von VW-Konzernboss und Skoda-"Einkäufer" Carl H. Hahn im Amt, stimmte zu, er ließ den Giugiaro-Entwurf als Seat Toledo finalisieren, und den Octavia durch Dirk van Braeckels Team neu als "Anti-Koreaner" gestalten.
"Anti-Koreaner", diese interne Strategiebezeichnung erklärte klar die Mission des Skoda-Modells: Technologisch fortschrittlich - der Octavia debütierte sogar noch vor dem Golf IV auf der neuen Konzernplattform PQ34 - aber preislich aggressiv positioniert, sollte der Tscheche den nach Europa vordringenden asiatischen Herstellern eine attraktivere Alternative entgegensetzen.
Billigstandort mit Fachkräften
Die Skoda-Werke galten damals dank niedriger Lohnkosten als Billigstandorte, gleichzeitig freute sich der VW-Vorstand, dass in den Fabriken, die angeblich am besten ausgebildeten Fachkräfte Europas arbeiteten. Beste Voraussetzung für den als "Spaltmaß-Fetischisten" berühmt gewordenen Ferdinand Piëch, seine Qualitätsmaßstäbe ins damalige Discount-Segment zu übertragen.
Die Fertigungsqualität des Octavia setzte Maßstäbe, übertraf sogar deutlich die des VW Golf. So lieferte der Skoda die konzernweit beste Lackqualität, denn nur ihm spendierten die Wolfsburger Kalkulatoren einen zusätzlichen Lackier-Arbeitsgang für optimalen Tiefenglanz, der sogar die Ergebnisse bei Bentley übertroffen haben soll. Möglich machte das der Lohnkostenvorteil in Tschechien.
Effiziente Gleichteile-Strategie
Als sich die Lohnkosten zwischen den europäischen Werken im Laufe der Jahre nivellierten, blieb noch die effiziente Gleichteile-Strategie, die Volkswagen parallel zu den neuen Plattformen einführte. Mitte der 1990er kamen selbst Experten ins Staunen: Schon der erste Octavia teilte sich die Plattform mit VW Golf IV, VW Bora, VW New Beetle, Audi A3, Audi TT, Seat Leon und Seat Toledo. Klar, British Leyland, General Motors oder Chrysler hatten schon früher "Badge-Engineering" in noch größerer Breite betrieben, aber VW gelang erstmals das Kunststück, dass sich die Kunden nicht an Gleichteilen störten, denn die Konzern-Modelle traten optisch und fahrdynamisch eigenständig auf.
Der Octavia punktete überdies mit einem zusätzlichen Vorteil: Obwohl verwandt mit dem Golf, wirkte er eine halbe Klasse größer, ein damals neuer Schachzug, der später auf den Skoda Superb übertragen wurde. Fortan galten Skoda-Limousinen und -Kombis (der Octavia Combi startete 1998) besonders im Fond und Gepäckabteil als Raumriesen, ideal für Familien und Vielfahrer mit Firmenautos.
So gelang Skoda, was anderen osteuropäischen Marken verwehrt blieb, nämlich der Aufstieg zum Autobauer, der in Deutschland die einheimischen Platzhirsche unter Druck setzt. Allerdings dauerte es, bis der Octavia zur bezahlbaren Stil-Ikone aufstieg. In den späten 1990ern, der Ära von Hip-Hop- und Techno-Einflüssen, von Baggy-Pants und Plateau-Sneakern sowie "New-Edge"-Kanten im Automobildesign, musste sich der 4,51 Meter lange Octavia erst etablieren als preiswerte Alternative zu Hyundai Accent, Toyota Corolla oder Opel Astra.
Aber zu Beginn des neuen Millenniums hoben die Verkaufszahlen ab, der Octavia reüssierte inzwischen auch in der WRC-Rallye-Weltmeisterschaft und als rasanter RS für die linke Autobahnspur. Zudem etablierte der Octavia Combi die Marke mit dem geflügelten Pfeil als Kombispezialisten: Der Octavia lieferte ab 1998 mehr Laderaum als der nordische Kultkombi Volvo V70, kostete aber nur die Hälfte.
Während der Octavia in den folgenden, sanft weiterentwickelten Generationen - Nummer zwei folgte 2004, die dritte Auflage 2012 und die vierte, bis heute aktuelle Serie 2019 - hierzulande um die Pole Position in den Importcharts kämpft, fährt der Octavia Combi längst in einer eigenen Liga.
Nur ein Kombi ist weltweit beliebter, allein der 4x4-Typ Subaru Outback erzielt noch größere Stückzahlen - Allradtechnik bietet allerdings auch der Octavia. Happy Family im SUV, für diesen Trend legte Skoda eine ganze Flotte von Verbrennern und Stromern auf.
Der Octavia zeigt dennoch, dass konventionell angetriebene Kombis auch heute noch Fans haben, die sogar Eklats wie die Verwicklung von Skoda in den Dieselskandal mit dem Octavia III verziehen haben. Nach bisher rund 7,5 Millionen Einheiten gibt es keinen Zweifel, dass der Octavia auch eine elektrische Zukunft hat, die neue Kombi-Studie Vision O gibt einen Hinweis.
Chronik Skoda Octavia
1895: Václav Laurin und Václav Klement gründen die Fahrradfabrik L & K im böhmischen Jungbunzlau, dem heutigen Mladá Boleslav
1905: Klement und Laurin nehmen die Entwicklung und Produktion von Automobilen auf mit dem Kleinwagen Voiturette Typ A
1925: Am 27. Juni erfolgt der Verkauf des Unternehmens L & K an den Konzern Skoda. Geburt des Skoda-Logos mit dem gefllügelten Pfeil
1954: Präsentation des Skoda 440 Baureihe als tschechoslowakisches Volksauto, der Skoda 440 und direkter Vorläufer des Octavia
1959: Der Octavia mit 1,1-Liter-Vierzylindermotor (29 kW/40 PS) wird Nachfolger des 440 Spartak und setzt zugleich die Tradition des erfolgreichen Vorkriegsmodells Popular fort. Der Name Octavia bezieht sich auf das achte Modell der Marke seit dem Zweiten Weltkrieg und das achte Skoda-Modell mit Einzelradaufhängung seit 1933
1960: Der Skoda Octavia TS (Touring Sport) mit 37 kW/50 PS starkem Vierzylinder ergänzt die Produktpalette nach oben
1961: Der Skoda Octavia wird überarbeitet, ebenso Octavia Super und Octavia TS. Neu vorgestellt wird der Skoda Octavia Kombi
1964: Am 1. April Produktionsanlauf des Skoda 1000 MB mit selbsttragender viertüriger Karosserie und Heckmotor. Der 1000 MB ersetzt die Typen Octavia, Octavia Super und Octavia TS, deren Fertigung am 11. April ausläuft. Der Octavia Combi bleibt im Programm
1969: Überarbeitung für den Octavia Combi, der mit leistungsstärkerem Motor bis 1971 in Produktion bleibt. In der DDR werden bis 1971 mehr als 70.000 Octavia verkauft, allerdings nur 500 Felicia
1971: Am 21. Dezember rollt der letzte Octavia Combi vom Band, damit endet die Fertigung der 1959 lancierten Octavia-Generation
1989: Generalstreik im Land und auch bei Skoda für freie Wahlen. Václav Havel wird tschechoslowakischer Staatspräsident
1990: Auf der Suche nach einem Partner für Skoda, der Kapital und Technologie einbringt, entscheidet sich die Regierung in Prag für den Volkswagen-Konzern und gegen Renault und BMW
1991: Am 16. April wird Skoda als eigenständige Marke in den Volkswagen-Konzern integriert. Das Skoda-Logo wird weiterentwickelt. Der Pfeil wird grün. In einer schwarzen Logo-Umrandung wird der Name Skoda Auto integriert als Unterscheidung vom gleichnamigen Maschinenbaukonzern. In Weiterstadt wird die Skoda Auto Deutschland GmbH gegründet, seit 1995 eine hundertprozentige Tochter von Skoda in Mladá Boleslav
1992: Erster Designentwurf von Giorgio Giugiaro für eine neue Generation des Octavia, der allerdings von VW-Konzernchef Ferdinand Piëch und dem tschechischen Ministerpräsidenten Vaclav Klaus (Tschechien war noch Mitgesellschafter bei Skoda) als "zu italienisch" abgelehnt wird. Die finalen kantigeren Designlinien des Octavia findet der neu eingesetzte Skoda-Chefdesigner Dirk von Braeckel. Als Basis für den Octavia dient die neue VW-Konzernplattform PQ34, die sich der Octavia u.a. mit dem VW Golf IV, VW Bora, VW New Beetle, Audi A3, Audi TT, Seat Leon und Seat Toledo teilt, allerdings ist der Skoda das erste Serienmodell auf Basis der neuen Architektur. Erstmals wird das Design bei Skoda mit digitaler CAD-Technik (Computer Aided Design) erstellt
1995: Die Grundsteinlegung für die neue Produktionslinie, auf der rund eineinhalb Jahre später die ersten Octavia vom Band laufen, erfolgt im Februar. Für den neuen Kompakten mit altem Namen installiert Skoda eine moderne Produktionsstraße in einer 32 000 Quadratmeter großen Halle. In Deutschland werden 21.458 Skoda verkauft und der Importeur erreicht damit 0,62 Prozent Marktanteil. Die Produktion des 1987 von Designer Bertone gezeichneten Favorit läuft aus, der Nachfolger startet als Felicia
1996: Im März 1996 stellt Skoda eine neue Lackieranlage fertig, in der pro Tag bis zu 1800 Karosserien der Modelle Felicia und Octavia lackiert werden. Die ersten Vorserienfahrzeuge des Octavia werden im April europäischen Journalisten vorgestellt. Im September feiert der neue Octavia auf dem Pariser Salon Publikumspremiere. Dieser Octavia (interne Bezeichnung Typ 1U) ist das erste Skoda-Modell, bei dem Module und Technologien von VW genutzt werden. Im ersten Verkaufsjahr bietet der Octavia die Wahl zwischen zwei Vierzylinder-Benzinern und einem Turbodiesel. Interne Vergleiche von Qualität und Kundenzufriedenheit in der Produktion ergeben für das Skoda-Werk den ersten Platz im VW-Konzern
1997: Im März feiert der Octavia seinen Marktstart als Limousine in drei Ausstattungsvarianten mit 1,6- und 1,8-Liter-Benziner sowie 1,9-Liter-SDI-Diesel und 1,9-Liter-TDI-Diesel. Im weiteren Lebenszyklus des Octavia I umfasst die Motorenpalette Benziner mit 1,4 bis 2,0 Liter Hubraum und einem Leistungsspektrum von 44 kW/60 PS bis 132 kW/180 PS sowie 1,9-Liter-Dieselmotoren mit 50 kW/68 PS bis 96 kW/130 PS. In diesem Jahr rollen 47.876 Octavia aus den Werkshallen
1998: Auf dem Genfer Automobilsalon feiert der Skoda Octavia Combi Weltpremiere. Im Mai kommt der Octavia Combi in den Handel. 1998 liefert Skoda 87.127 Octavia Limousinen und 15.246 Octavia Combi aus
1999: In der WRC Rallye-Weltmeisterschaft startet Skoda bis 2002 mit dem mindestens 300 PS starken und bis 240 km/h schnellen Octavia WRC, der in einer Auflage von 23 Einheiten gebaut wird. Der Skoda Octavia Laurin & Klement erinnert dagegen als luxuriöseste Octavia-Ausstattungslinie an die Gründer der tschechischen Autoproduktion. Für die tschechische Regierung gibt es den Octavia als um acht Zentimeter verlängerte Chauffeurlimousine. Insgesamt werden 200 Langversionen des Octavia produziert. Ein 2,0-Liter-Aggregat ersetzt beim Octavia die 1,8-Liter-Version. Combi jetzt auch mit Allradantrieb
2000: Mit 68.757 Zulassungen in Deutschland erzielt Skoda erstmals über zwei Prozent Marktanteil. Modellpflege für den Octavia inklusive neuer Motoren, darunter ein 1,4-Liter-Benziner. Neues Spitzenmodell ist der Octavia RS mit 132 kW/180 PS leistendem Benziner für 235 km/h Vmax und eine 0-100-km/h-Sprintzeit von 7,9 Sekunden. Skoda feiert den Octavia RS als schnellsten Skoda aller Zeiten. Der Octavia avanciert innerhalb des Skoda-Portfolios erstmals zum absatzstärksten Modell mit 96.253 verkauften Limousinen und 62.250 Octavia Combi
2001: Mit dem Octavia Taxi bietet Skoda in Deutschland als erster Importeur einen werksseitige Taxiumrüstung an. Limousine jetzt auch mit Allradantrieb, Einführung der sportlichen Spitzenversion Octavia RS
2002: Octavia RS jetzt auch als Combi erhältlich. Matthias Kahle fährt mit dem Octavia WRC zum Gesamtsieg in der Deutschen Rallyemeisterschaft. Gleichzeitig gewinnt Skoda den Markentitel und wiederholt diesen Triumph zweimal bis 2004
2004: Im Februar geht die zweite Generation des Octavia (Typ 1Z) an den Start, sie teilt sich die PQ35-Plattform mit Konzerngeschwistern wie Audi A3, Seat Leon, Seat Altea und Golf V bzw. Golf VI und VW Touran I. Neben erstmals verfügbaren Benzinmotoren mit Direkteinspritzung stehen neue Sechsgangschalt- und Automatikgetriebe zur Wahl, unter anderem das Direktschaltgetriebe (DSG). Im weiteren Lebenszyklus des Octavia II umfasst die Motorenpalette Benziner mit 1,2 bis 2,0 Liter Hubraum und einem Leistungsspektrum von 55 kW/75 PS bis 147 kW/200 PS sowie 1,6- bis 2,0-Liter-Dieselmotoren mit 77 kW/105 PS bis 125 kW/170 PS. Das alte Modell bleibt mit eingeschränkter Motorenpalette als Octavia Tour im Programm
2005: Erstmals werden über 100.000 Skoda in Deutschland verkauft. Importfahrzeug Nummer eins ist der Octavia mit 51.015 Einheiten. Der Skoda-Marktanteil in Deutschland übersteigt die Drei-Prozent-Marke. 2005 startet die Produktion des Octavia II im indischen Werk Aurangabad, 2007 nimmt Shanghai Volkswagen (heute SAIC Volkswagen Automotive Co., Ltd.) die Produktion des Octavia II für den chinesischen Markt auf, und ab 2009 lief der Octavia außerdem für einige Jahre im russischen Volkswagen-Werk Kaluga vom Band. Weltweit werden 2005 insgesamt 246.528 Octavia ausgeliefert (2004: 181.067 Einheiten)
2006: Der Octavia Combi gewinnt den Red Dot Design Award in der Kategorie Produktdesign. Der höhergelegte, mit Kunststoff beplankte und mit 4x4-Antrieb ausgestattete Octavia Scout wird lanciert. Produktionsjubiläum, insgesamt zehn Millionen Autos wurden im Unternehmen seit der L & K Voiturette A im Jahr 1905 gebaut. Vom Octavia werden in diesem Jahr 269.774 Einheiten ausgeliefert
2010: Im November läuft das letzte Fahrzeug der ersten Octavia-Generation vom Band - von September 1996 bis November 2010 wurden insgesamt 970.000 Octavia Limousinen und über 470.000 Octavia Combi ausgeliefert
2012: Im November läuft die Fertigung der dritten Generation des Octavia (Typ 5E) an, neben dem Stammwerk in Tschechien wird der Wagen auch in den Skoda-Werken in China, Indien, Russland und Kasachstan gebaut. Der Octavia ist weiter das Herzstück der Marke Skoda und mit Abstand das meistverkaufte Modell. In Deutschland ist die Kombi-Variante besonders beliebt, so liegt der Anteil des Kombi an den Octavia Verkäufen im Jahr 2012 bei fast 92 Prozent. In Deutschland ist der Octavia Combi 2012 außerdem das meistverkaufte Importauto überhaupt. Weltweit ging rund ein Drittel aller in den vergangenen 16 Jahren verkauften Octavia auf das Konto des Kombis
2013: Produktionsauslauf der zweiten Generation des Octavia (2004-2013) nach 2,5 Millionen Einheiten, davon rund 900.000 Octavia Combi. Für die Produktion des dritten Octavia und des Skoda Rapid wurde die Produktion modernisiert und erweitert. So ist die Kapazität der Fertigungslinie Octavia/Rapid von 800 auf 1.200 Fahrzeuge am Tag erhöht worden. Im Lebenszyklus des Octavia III umfasst die Motorenpalette Benziner mit 1,0 bis 2,0 Liter Hubraum und einem Leistungsspektrum von 63 kW/105 PS bis 180 kW/245 PS sowie 1,6- bis 2,0-Liter-Dieselmotoren mit 66 kW/90 PS bis 135 kW/184 PS
2014: Skoda produziert erstmals über eine Million Einheiten in einem Jahr (genau 1.037.226 Einheiten), davon rund 390.000 Octavia. Der Vertrieb erfolgt in über 100 Ländern, wichtigster Markt ist China, gefolgt von Deutschland
2015: Mit rund 28.000 Zulassungen in diesem Jahr belegt der Octavia Platz 8 in den deutschen Verkaufscharts hinter VW Tiguan, Golf Sportsvan, Audi A3, Mercedes C-Klasse, VW Polo, Passat und Golf
2017: Umfassendes Facelift für die aktuelle, vierte Generation des Octavia. Die Octavia-Produktion beträgt in diesem Jahr 269.769 Einheiten, davon 180.102 Octavia Combi
2019: Das 60-Jahre-Jubiläum von Octavia und Felicia wird auf der Essener Techno Classica gefeiert. Im Jahr 2019 wird der Octavia im Skoda Stammwerk Mladá Boleslav gebaut, aber auch in Algerien, China, Indien, Kasachstan und Russland. Im Jahr 2019 liefert Skoda weltweit 363.700 Einheiten seines Bestsellers aus (262.466 Einheiten aus den Werken in Mladá Bolelslav und Kvasny) und feiert im November in Prag die Weltpremiere der neuen, vierten Generation. Im Lebenszyklus des Octavia IV umfasst die Motorenpalette bisher Benziner mit 1,0 bis 2,0 Liter Hubraum und einem Leistungsspektrum von 81 kW/110 PS bis 195 kW/265 PS, Benzin-Plug-in-Hybride mit 1,4 Liter Hubraum mit 150 kW/204 PS bis 180 kW/245 PS sowie 2,0-Liter-Dieselmotoren mit 85 kW/115 PS bis 147 kW/200 PS
2020: Am 20. Februar rollt im Stammwerk in Mladá Boleslav der siebenmillionste Octavia vom Band. Der Octavia bleibt auch in diesem ersten Jahr der COVID-Pandemie das meistgebaute Skoda-Modell mit allein 187.185 Einheiten aus tschechischer Produktion
2023: Insgesamt produziert Skoda in diesem Jahr 191.941 Einheiten des Modells Octavia
2024: Modellpflege für den Octavia mit optischen Modifikationen und überarbeitetem Motorenangebot. Hierzulande werden in diesem Jahr rund 51.000 Octavia neu zugelassen, damit belegt der Octavia Platz 4 im Zulassungsranking hinter VW Tiguan, VW T-Roc und VW Golf. Deutschland ist der größte Absatzmarkt für Skoda, gefolgt von Tschechien. Insgesamt liefert Skoda in diesem Jahr 215.716 Octavia aus. Mit 146.000 Einheiten ist der Octavia Combi in diesem Jahr der weltweit zweiterfolgreichste Kombi hinter dem Subaru Outback (210.000 Einheiten)
2025: In Deutschland werden in diesem Jahr rund 45.000 Octavia neu zugelassen, damit belegt dieses Skoda-Modell Platz 6 (Vorjahr Platz 4) im Zulassungsranking hinter BMW X1, Opel Corsa, VW Tiguan, VW T-Roc und VW Golf. Im Pkw-Bestand auf deutschen Straßen belegt der Octavia mit 719.711 Einheiten Platz 13 hinter Ford Focus und Fiesta. Skoda zeigt auf der IAA Mobility in München mit der Studie Vision O, wie ein künftiger vollelektrischer Kombi aussehen kann. Skoda erzielt in diesem Jahr nicht zuletzt dank des Octavia in Deutschland 226.472 Zulassungen, ein Allzeit-Rekord für einen Importeur. Skoda erweist sich zudem mit 7,9 Prozent Marktanteil als anteilsstärkste Importmarke in der Jahresbilanz
2026: Der Octavia (Typ 1U) wird 30 Jahre alt und erreicht damit den Status eines potenziellen H-Kennzeichen-Klassikers. Im Skoda-Programm muss sich der Langzeit-Bestseller nun auch gegen volumenstarke vollelektrische SUV-Rivalen wie Skoda Elroq und Enyaq sowie den neuen Epiq behaupten.
Ausgewählte Produktionszahlen
Skoda Octavia (1959-1964) insgesamt 298.480 Einheiten, davon 54.086 Octavia Combi und 14.863 Felicia
Neuer Skoda Octavia (Bezeichnung Typ 1U, gebaut 1996-2010) insgesamt 1.440.000 Einheiten, davon 470.000 Octavia Combi
Skoda Octavia Generation 2 (2004-2013) insgesamt 2.500.000 Einheiten, davon 900.000 Octavia Combi
Skoda Octavia Generation 3 (2012-2019) insgesamt 2.849.000 Einheiten
Skoda Octavia Generation 4 (seit 2019)